Burg Mitterfels vor 300 Jahren

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    Wir beginnen heute eine Reihe, die sich nicht an der Tagesaktualität, sondern an „runden Geburtstagen“ der Mitterfelser Geschichte orientiert.


     

    „Und wo ist jetzt der Burgturm in der Mitterfelser Burg?“ hört man manchmal von Kindern, weil in ihrer Vorstellung zu einer Burg auch ein Turm gehört, auf den man hinaufsteigen können muss.

    Trösten wir Mitterfelser uns, bevor wir neidisch auf Falkenfels oder Falkenstein und deren Burgtürme schielen, mit alten Darstellungen unserer Burganlage, zum Beispiel mit dem Kupferstich von Michael Wening, den er 1710 skizzierte: Und da sehen wir, dass unsere Burg einen Turm hatte – und was für einen gewaltigen Bergfried! Schade - aber das wissen die geschichtskundigen Mitterfelser natürlich - dass der nur bis 1812 stand und dann zusammenstürzte. (Im Übrigen geht es den Bogenern mit ihrer Burg noch viel schlimmer: Sie haben sie noch gar nicht gefunden.)

     

     Aber sehr glücklich werden die bayerischen Kurfürsten vom Geschlecht der Wittelsbacher über die brutal realistische Darstellung ihres Besitzes auf dem Kupferstich nicht gewesen sein. Sehen wir doch, dass die fürstlichen Besitzer ihre Burg nicht gerade vorbildlich gepflegt hatten, ja einige Bereiche recht ruinös aussehen. Dabei war zur damaligen Zeit Mitterfels der Sitz eines recht wichtigen und ausgedehnten Pfleg-/Landgerichtes. (Aber die Wittelsbacher hatten natürlich viele Burgen, sie residierten weit weg – und vielleicht wussten sie deswegen auch gar nichts über den baulichen Zustand.)
     

    Wir sehen, wie stark die Mitterfelser Burg gesichert war. Um in den Burghof zu gelangen, musste man zuerst über die (damals hölzerne) Burgbrücke, durch ein erstes Burgtor, das es auch nicht mehr gibt, dann noch durch ein zweites Tor im Bergfried. 

     

    2 schalenturm
    Auch der kleine Rundturm links des ersten Tores existiert nicht mehr. Wahrscheinlich ist der nordöstliche Schalenturm, von dem man heute einen wunderschönen Ausblick auf das Perlbachtal genießt, der Rest des Rundturms.
    Stark verändert hat sich in den 300 Jahren auch der Zugangsbereich zur Burg. Wo auf dem Stich ein Weiher liegt und ein gepflegter Garten angelegt ist, wurde nur 24 Jahre nach der Skizzierung des Stichs (also 1734) die St. Georgskirche errichtet. Die kleine, außerhalb der Burgmauer erbaute Burgkapelle, die wir auf dem Stich noch sehen, wurde abgerissen.
    Dass Mitterfels aber schon 1710  – wie sichs für einen Ort mit Burg gehört – auch eine Wirtschaft, eine Tafernwirtschaft hatte, erkennt man auf dem Stich auch noch mit etwas Fantasie: Animiert doch der Wirt (das nehme ich jetzt einfach so an) die Gruppe der Gerichtsbesucher mit einem Krug, in die Tafern einzutreten. (Übrigens: Die Geschichte lehrt uns, dass die Tafern damals mindestens schon 222 Jahre existierte, weil sie 1488 urkundlich erwähnt wurde.)

    • Bild 1: Burg Mitterfels - Kupferstich von Michael Wening um 1710
    • Bild 2: Der nordöstliche Schalenturm: Rest des kleinen Rundturms?

     
    Literatur zur Geschichte der Burg Mitterfels: Mitterfelser Magazine 11/2005 und 11/2006

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