Museumsverein - das Objekt des Monats Mai 2016 - "Kindermöbel"

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    Kindermöbel der Familie Brembeck aus Haselbach

    Um den hölzernen Tisch stehen drei Stühlchen und eine Récamière, ein kombiniertes Sitz- und Liegemöbel ohne Rückenlehne, mit gleich hohen geschwungenen Armlehnen, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus der Chaiselongue hervorging, in Biedermeier Stil.

    Der Tisch ist 52 cm hoch und hat eine Platte mit 41 mal 64 cm sowie eine große Schublade. Zwei der Stühlchen weisen die gleiche Grundform auf mit vier Beinen und eine 46,5 cm hohen Rückenlehne. Die Sitzhöhe beträgt 24 cm. Auf der Unterseite des einen Stühlchens findet sich der handschriftliche Vermerk von Josef Brembeck: „Fam. Brembeck Haselbach 2005“. Einer der beiden Stühle wurde später überstrichen, während sich der andere noch im Originalzustand erhalten hat.

     

    Angefertigt wurden die Stücke von der Schreinerei Schmelmer aus Haselbach 1939/40, die gleich neben der Familie Brembeck war. Ein Stuhl hat auf der Unterseite die Buchstaben E(rwin) B(rembeck), der damit seinen Besitzanspruch verewigte.

     

    Postkarte von ca. 1930: das Haus links Mitte ist das große stattliche Haus der Schreinerei Schmelmer

    Das Kind wird entdeckt

    Im Mittelalter hatten sich die Eltern kaum um die Kinder gekümmert. Sie liefen im Alltag so mit und gewöhnten sich an das Erwachsenenleben. Nur adelige Kinder künftige Pfarrerund Mönche wurden „erzogen“.

    Mit der Aufklärung im 18 Jahrhundert entdeckte man den Eigenwert des Kindesalters. Die Erwachsenen bemühten sich immer mehr, die Fähigkeiten der Kinder zu fördern. Die allgemeine Schulpflicht wurde erst 1919 Gesetz.

    Die ersten Kindersitze gab es schon im Mittelalter als Sitzhilfe für Kinder der Reichen über dem zu großen Abortloch. Aus ihnen entwickelten sich spätere Formen. Eltern sahen in diesen vergitterten Sitzen eine Hilfe zur Ruhigstellung des Kindes. Ab dem 18. Jahrhundert verbreiteten sich Kindermöbel je nach gesellschaftlicher Schicht immer mehr.

    Diese gezeigten Möbelstücke erfreuten sich bei den Kindern der Brembecks großer Beliebtheit. Vielleicht weil sie sich durch dieses Geschenk von den Eltern „verstanden“ fühlten. Dieser Symbolwert mag es gewesen sein, den Sepp Brembeck bis in das hohe Alter schätzte. „Die Eltern haben sich um uns Gedanken gemacht.“

    http://www.expertentesten.de/die-geschichte-des-hochstuhls/

    Ariès, Phillippe: Geschichte der Kindheit, München 1978

    Ausstellungskatalog Vater Mutter Kind. Bider und Zeugnisse aus zwei Jahrhunderten, München 1987

    Copyright Bilder: Elisabeth Vogl

    Wolfgang Hammer und Elisabeth Vogl, Vorstand Museumsverein Mitterfels e.V.

     

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