Aktion 2009 gegen Indisches Springkraut im Perlbachtal

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Die Ausbreitung eindämmen - Aktion gegen Indisches Springkraut im Perlbachtal - Weniger Bestände


Eigentlich sieht es ganz hübsch aus mit seinen zartrosa Blüten und dicken, saftigen, oft mannshohen Stängeln - das Indische Springkraut. Es ist immer häufiger in unserer Landschaft anzutreffen und wächst mit Vorliebe an Fluss- und Bachläufen. Aus den Hochlagen des westlichen Himalaja kam es nach Europa und wurde seit dem 19. Jahrhundert in Deutschland als Zierpflanze angebaut.

Doch in letzter Zeit bereitet die Pflanze den Naturschützern Sorge: Ihr rasches und üppiges Wachstum geht immer mehr zulasten der heimischen Pflanzenwelt. Das Indische Springkraut stirbt im Winter vollständig ab und hinterlässt kahle, unbefestigte Uferstreifen, die schutzlos der Erosion preisgegeben sind. Ganz anders der seltene Trichterfarn, der noch im Mitterfelser Menachtal vorkommt. Er trägt zur Befestigung der Bachufer bei. Noch eine Besonderheit des Springkrauts: Beim Berühren der Samenkapsel werden die Samen meterweit fortgeschleudert. Abgebrochene Stängel treiben wieder aus, Samen bleiben bis zu acht Jahren keimfähig und werden bei Hochwasser kilometerweit verbreitet.

Deshalb entschlossen sich vor drei Jahren Mitglieder des Bayerischen Wald-Vereins, Sektion Mitterfels, zusammen mit Vertretern des Obst­ und Gartenbauvereins und der Marktgemeinde Mitterfels zu einer Aktion gegen das Indische Springkraut mit dem Ziel, den ausländischen Einwanderer (Neophyt) im Perlbachtal zurückzudrängen. Zur Bekämpfung sollte die Pflanze vor der Blüte vollkommen ausgerissen oder dicht am Boden abgemäht werden. Ganz mechanisch nur von Hand, mit Haue und Sense, ohne jede Chemie.

Am Wochenende fand die dritte Aktion des Wald-Vereins zur Bekämpfung des unerwünschten Eindringlings in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde und dem Obst­ und Gartenbauverein statt. Bürgermeister Heinrich Stenzel zog eine erfreuliche Bilanz:

Im Perlbachtal zwischen Neumühle und Höllmühle seien nur noch vereinzelt Bestände von Springkraut zu finden. Die Aktionen der beiden vergangenen Jahre hätten sichtbar Früchte getragen. "Die Aktion wirkt, aber wir müssen dranbleiben", betonte Stenzel. Er dankte allen Freiwilligen, die sich auch in diesem Jahr mit Sensen und Hauen, mit Sicheln und Messern an der dritten Bekämpfungsaktion beteiligten um die Schönheit in der Natur erhalten zu helfen. Dass die Aktion inzwischen Interesse findet, zeigt die Seminararbeit von Larissa Kawasch aus der 13. Klasse der Fachoberschule Straubing, die über das Thema "Neophyten" eine Seminararbeit schreiben wird und sich an der Aktion beteiligte. Auch Bürgermeister Stenzel, Marktgemeinderat Stefan Hafner und die Vereinsvorsitzenden Martin Graf und Helmuth Mika legten mit Hand an. Als eifrige Helfer erwiesen sich der elfjährige Paul und sein Freund Maxe, die ebenfalls eifrig auf Springkrautjagd gingen.

In diesem Jahr konnten vor allem Bereiche an der Neumühle und der Höllmühle sowie jenseits des Gasthofs Reibn von Springkraut gesäubert werden. Dabei fanden die Naturschützer Spuren des Bibers am Uferrand, Reste einer alten Biberburg und den Teil eines Dammes im Wasser. Martin Graf, Vorsitzender der Wald-Sektion, erzählte von dem Nest des seltenen Schilfrohrsängers, das er an einem Springkrautstängel gefunden hatte. Ganz ausrotten könne und wolle man das Indische Springkraut nicht, sagt Graf. Aber es werde versucht, es an der weiteren Ausbreitung zu hindern. Und so wie es aussieht, haben die Mitterfelser damit Erfolg.

 

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