Mitterfels will ein Natur-Saunadorf werden - aus dem Kreistag

Mitterfels will ein Natur-Saunadorf werden -Ausschuss ändert Richtlinien und ermöglicht dadurch die finanzielle Förderung


DSL, Buslinien und Radwege standen auf der Tagesordnung der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus und Entwicklung am Donnerstagnachmittag im Landratsamt. Und nicht zuletzt: ein Antrag des Badfördervereins Mitterfels. Gemeinsam mit der Marktgemeinde plant dieser gemeinnützige Verein, am Grundstück des Panoramabades eine Saunalandschaft zu errichten und Mitterfels somit zu einem Natur-Saunadorf zu machen. Von dieser Idee werde nicht nur die Marktgemeinde profitieren. "Es wird die touristische Attraktivität des gesamten Landkreises verbessert.

Es war ein Überraschungsangriff auf den Ausschuss, den der Badförderverein bei der Sitzung gestartet hatte. Schließlich war der Förderantrag erst am Montag am Landratsamt eingegangen. Entsprechend wenig Zeit blieb somit auch den Kreisräten, sich vorab mit den Plänen vertraut zu machen. Dennoch hatte der Mitterfelser 2. Bürgermeister Heinz Uekermann nur wenig Überzeugungsarbeit zu leisten. Sämtliche Parteienvertreter zeigten sich von der Idee begeistert, beim Mitterfelser Bad eine große Saunalandschaft, bestehend aus drei Saunen zu errichten. Da es im weiten Umfeld kein vergleichbares Projekt gibt, werde es sicherlich eine positive Auswirkung auf den Tourismus im Landkreis haben. "Wellness liegt schließlich im Trend."

So war für die Mitterfelser eigentlich nur eine einzige Hürde zu überwinden und diese war noch dazu von den Kreisräten selbst errichtet worden: In der am 1. Dezember 2008 verabschiedeten Richtlinie über die Fördermöglichkeit touristischer Projekte werden Vereine grundsätzlich als nicht förderfähig erklärt.

Dank der Hilfe von Regierungsdirektor Alois Lermer konnte der Ausschuss diese Hürde aber schnell überspringen. Kurzerhand wurde die Richtlinie umformuliert. Nun kann der Landkreis Projekte fördern, wenn diese von einer Gemeinde oder von einem Zusammenschluss von Gemeinde und einem gemeinnützigen Verein mit Ausrichtung Tourismus getragen werden. Dass eine Kegelbahn weiterhin nicht gefördert werden kann, stellten alle Redner unisono klar.

Versorgung mit DSL

Die Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen und damit schnellen Internetzugängen ist ein bedeutender Standortfaktor für die Wirtschaft und die Chancengleichheit der Bevölkerung im ländlichen Raum. Deshalb wies Landrat Alfred Reisinger erneut auf die vom Landkreis finanzierte Machbarkeitsstudie für alle Gemeinden hin. Doch jetzt müsse es weitergehen. Es müssten die Umsetzungsverträge mit den Versorgern abgeschlossen und die Anschlüsse bereitgestellt werden. Trotz der möglichen staatlichen Förderung kämen zum Teil erhebliche Kosten auf die Gemeinden zu. Um diese zu entlasten, habe der Landkreis eine finanzielle Beteiligung in Aussicht gestellt und für den Haushalt 250000 Euro eingeplant.

Lermer erläuterte als Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung die neuen Richtlinien, nach denen diese Landkreisförderung vergeben werden soll. Danach werde jeder Gemeinde eine Zuwendung in Höhe von 20 Prozent des staatlichen Zuschusses (maximal 20000 Euro) gewährt. Soweit die Finanzbelastung der Gemeinde denjenigen Betrag übersteigt, der die vollständige Ausschöpfung der staatlichen Förderung bedingt, beteiligt sich der Landkreis an diesem überschießenden Betrag mit einem weiteren Beitrag von zehn Prozent, maximal 10000 Euro. "Durch diese Gelder soll die Standortqualität im Landkreis optimiert werden."

Weitere ÖPNV-Linien

Den nächsten beiden Beratungspunkten lag jeweils ein Antrag der SPD zugrunde. Diese hatte beantragt, bei drei ÖPNV - Linien an den Wochenenden mehr Fahrten anzubieten, um den Tourismus anzukurbeln. Wie SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz Uekermann ausführte, sei der Tourismus ein wichtiges wirtschaftliches Standbein und dürfe gerade jetzt in Zeiten schlechter Konjunktur nicht vernachlässigt werden. Speziell genannt wurden die VSL-Linie 15, Straubing-Sankt Englmar-Viechtach, die die VSL­Linie 10, Straubing-Rattenberg, und die VSL-Linie 5  Wiesenfelden­Straubing.

Die vom ÖPNV-Fachmann Rudolf Gilch vorgerechneten Kosten, insgesamt wäre aufgrund der gestellten SPD-Anträge mit 15550 bis 17000 Euro zu rechnen, schreckten allerdings die Mehrheit davor ab, sich mit dem Gedanken an zusätzliche Fahrten anzufreunden. Zudem sei bereits vor Jahren versucht worden, das Skigebiet Sankt Englmar durch einen Skibus Markbuchen an den ÖPNV ganztags anzubinden. Dieses Angebot sei kaum in Anspruch genommen und Ende der Wintersaison 2004/2005 eingestellt worden.

Radwege vernetzen

Mehr Zustimmung erfuhr die SPD bei ihrem Antrag, das Radwegenetz im Landkreis betreffend. Zwar werden auch in Zukunft nicht zahllose neue Radwege gebaut, aber es soll versucht werden, die Radwege aufeinander abzustimmen und bestehende Lücken zu schließen. Tourismusfachfrau Birgit von Byern bestaetigte, dass sowieso neue Radwegekarten anstünden. Die Verwaltung werde deshalb das derzeitige Radwegenetz überarbeiten, einheitliche Markierungen festlegen, das Beschilderungskonzept erstellen und wenn genügend Geld da ist auch umsetzen.


Bericht im Straubinger Tagblatt vom 8.5.2009 aus dem Kreistag

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