Ni­co­lai Tra­ge­ser ist ein er­folg­rei­cher Jung-Leicht­ath­let

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„Sport ist mei­ne gro­ße Lei­den­schaft“ - Gold­me­dail­le ge­won­nen

Er hat von klein auf Fußball gespielt und sich viel bewegt. Und immer schon war er sehr schnell, viel schneller als die anderen in der Mannschaft.


Jetzt ist der 18-jährige Nicolai Trageser aus Mitterfels auf dem besten Weg, ein Spitzensportler in Sachen Leichtathletik zu werden. Erst kürzlich holte der Sprinter die Bronzemedaille bei den Bayerischen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften in der höheren Männerklasse über 60 Meter in München mit 6,89 Sekunden. In der U 20-Klasse holte er sich bereits 2017 die Goldmedaille. Heute trainiert Nicolai Trageser bei der LG Stadtwerke München, einem der erfolgreichsten Leichtathletik-Vereine Deutschlands. Er hat gute Chancen, in den Nationalkader zu kommen – mit Blick auf die Junioren-Weltmeisterschaften in Finnland. Im Interview erzählt er von seiner Leidenschaft zum Laufen und seinen Zielen, die er anstrebt.


Wann haben Sie gemerkt, dass nicht Fußball, sondern Leichtathletik Ihre große Leidenschaft ist?

Nicolai Trageser: Schon in der Schule wurde deutlich, dass ich schneller laufen kann als die anderen. Im Mai 2015 habe ich den Fußball an den Nagel gehängt und beim FTSV in Straubing mit dem Training begonnen. Ein Jahr lang habe ich bis zu fünf Mal in der Woche trainiert, bin Ende 2016 bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften gestartet und habe bei U 18 den vierten Platz erreicht. Ich habe selbst gestaunt, was ich alles an Schnelligkeit aus mir rausholen kann.


Wie groß ist der ständige Trainingsdruck?

Trageser: Über mein Trainingspensum kann ich selbst entscheiden. Zurzeit trainiere ich sechs bis sieben Mal in der Woche, davon zweimal im Olympia-Stützpunkt in München. Dort ist das Training härter als in Straubing. Die Zeit kann ich mir selbst einteilen. Neben dem Schnelligkeitstraining mache ich zweimal in der Woche Krafttraining in Straubing.


Was ist das für ein Gefühl, bei großen Wettbewerben wie den Bayerischen oder Deutschen Meisterschaften zu laufen?

Trageser: Der Fokus ist ganz auf das Laufen ausgerichtet. Ab dem Startschuss laufe ich wie in einem Tunnel und bekomme nichts mehr mit von den Zuschauern. Wichtig ist nur, dass die Bewegungsabläufe funktionieren. Meine persönliche Bestzeit von 6,89 Sekunden liegt nur vier Hundertstel über dem aktuellen U 20-60-Meter-Hallenrekord, der seit über 20 Jahren besteht. Den möchte ich brechen. Zurzeit bin ich der schnellste Sprinter U 20 in Bayern und deutschlandweit auf Platz 6. Mein Ziel ist es, bei den Deutschen Hallenmeisterschaften Ende Februar unter die ersten drei zu kommen. Das ist machbar, bedeutet aber viel hartes Training.


Was steht gerade privat an?

Trageser:Ich bin in der zwölften Klasse und mache im Sommer mein Fachabitur. Das zeitliche Management bei 50 Stunden Sport und Schule in der Woche ist manchmal schwierig und setzt eine gute Planung voraus. Die Zeit für Freunde ist knapp, aber im Sport habe ich neue Freunde in ganz Deutschland kennengelernt.


Hat es auch schon mal einen Einbruch bei den Leistungen gegeben?

Trageser: Das Jahr 2017 war kein gutes Jahr für mich. Ich hatte zwar Erfolge, aber zu Beginn der Saison einen Muskelfaserriss. Den musste ich komplett auskurieren. Und eigentlich darf man im Training keine Pause machen. Ein Schlüsselerlebnis war der Start bei den Bayerischen Hallenmeisterschaften im Januar 2017: Beim Finale mit den acht besten Läufern ist auf meiner Bahn der Startblock weggebrochen und ich musste nach einer zweistündigen Pause allein starten. Das Erstaunliche: Ich war allein schneller als mit den anderen Läufern zusammen und habe die Goldmedaille geholt. Das war das bisher größte Erlebnis. Einen Motivationseinbruch hatte ich noch nie. Sport ist meine große Leidenschaft!


Wie ist es möglich, solche enormen Leistungen zu bringen?

Trageser: Die Umsetzung von Bewegungsabläufen wird immer mehr wissenschaftlich erforscht und perfektioniert. Beim Start geht es beispielsweise um die genaue „Feinjustierung“ von Schulter und Hüfte, um die Energie optimal nach vorne zu bringen. Auch haben mich meine Eltern immer sehr gefördert, zum Training gefahren und auf jede Weise unterstützt. Sie sind meistens aufgeregter als ich, vor allem, wenn es um große Wettbewerbe geht.


Haben Sie berühmte Leichtathleten als Vorbilder?

Trageser: Mein ganz persönliches Vorbild ist der Jamaikaner Usain Bolt, seit zehn Jahren im Sprint der schnellste Mann der Welt. Bei ihm stimmt das Verhältnis zwischen Kraft und Bewegung und er hatte immer eine faszinierende Lockerheit in allen Wettkämpfen.


Wie sehen Ihre weiteren Pläne, auch beruflich, aus?

Trageser: Nach dem Abitur habe ich vor, zur Bundeswehr oder zur Polizei zu gehen, wo es Sportfördergruppen gibt und man für die großen Wettbewerbe sowie acht Monate Training freigestellt wird. Interview: Elisabeth Röhn

Bericht und Bild (privat) : Straubinger Tagblatt, 20.2.18

 

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