Uraufführung von „Omas Vermächtnis“ beim Drei-Gänge-Menü

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Verschmitzt, derb und bauernschlau

Was kann es Angenehmeres geben als behaglich im Wirtshaus zu sitzen und sich bei einem schmackhaften Drei-Gänge-Menü von einem spannenden Theaterstück unterhalten zu lassen. Am Wochenende ist der Dreiakter „Omas Vermächtnis“ in der Wirtsstube vom „Gasthof Zur Post“ von Christa und Peter Kernbichl in Mitterfels uraufgeführt worden.

Die Autorin Gabriele Kiel (Cham) hatte das Stück auf Wunsch der Theatergruppe „Bajadere“ um Elke Schmeiß verfasst und die Rollen den fünf Akteuren auf den Leib geschrieben. Die Idee, die Bühne in eine Wirtsstube zu verlegen, war vielleicht kühn. Aber das Experiment gelang, sämtliche Aufführungen waren in Kürze ausverkauft.

Das Stück spielt im Wirtshaus. Die Wirtsleute Schmalz sind verreist, Sohn Nepomuk und Tochter Cilli wirtschaften mit Opa Johann allein daheim. Die Bedienung Emmerenzia, ganz in Frisches Weiß gekleidet, trägt Speisen auf und wischt Tische ab. Koch Toni in Hosenträgern und mit langer Schürze bringt die Tageszeitung mit, ein original Straubinger Tagblatt, Ausgabe 1912, auf der Titelseite der Untergang der Titanic. Das bewegt die Gemüter. Nur Johann, der alte Wirt, ist ungerührt und will seinen Frühstückskaffee. Er ist ein alter Grantler, nichts ist ihm recht, seit die Oma unter ungeklärten Umständen gestorben ist. Bald kommen die Dinge in Gang. Der Muck findet im Keller ein Kästchen mit einem Zettel und geheimnisvoller Schrift. Auch gibt es ein Tagebuch von der Oma, in dem interessante Dinge stehen, und das seltsame Kochbuch vom Toni mit einem Vampir oben drauf gibt auch Rätsel auf. Merkwürdig, dass kurz vor Omas Tod ein Heilkünstler im Haus war, der der Oma sehr gefallen hat. Muck und Cilli sind sich einig: Da stimmt etwas nicht. Ob der Toni wohl was mit Omas Tod zu tun hat oder gar ein verkappter Vampir ist? Und noch eine Frage: Was für heimliche Geschäfte macht er mit dem Opa? Da hat doch einer von beiden Dreck am Stecken. Während Muck und Cilli versuchen, hinter das Geheimnis zu kommen, spinnt sich zwischen Emma und Muck eine zarte Liebesgeschichte an.

Spannend ist die Geschichte von „Omas Vermächtnis“ und bleibt es bis zum überraschenden Schluss. Da ist einmal Elke Schmeiß als propere Bedienung Emmerenzia, mal verliebtes Mädel voller Leidenschaft und Hingabe, mal verschmitzte Mitwisserin bei der Entdeckung von Omas Vermächtnis. Und zum Schluss geradezu bebend vor Mordlust. Dann ist da der alte Grantler Johann, Franz Rinkes, in einer Paraderolle: Verschmitzt, saugrantig, mal derb, mal bauernschlau und vollkommen skrupellos hat er die Lacher auf seiner Seite. Manfred schad glänzt als Enkel Nepomuk, der gern den Wirtssohn herauskehrt, sehr bequem und etwas ängstlich ist und Wachs in den Händen der kecken Cilli, sehr erfrischend Kerstin Buschmann. Sie hat es faustdick hinter den Ohren und bandelt sogar mit dem Pfarrer an. Bis ihr der Opa mit teuflischen Geschichten so richtig einheizt. Nicht zu vergessen Bernhard Heil als Koch Toni, dem ruhenden Pol in dem Chaos, der sich schlau seinen Vorteil zu sichern weiß.

Bis (fast) zum Schluss bleiben viele Fragen. Das Stück ist straff inszeniert, die Sprache manchmal etwas deftig, natürlich wird durchgehend ein Schönes, waldlerisches Bayerisch gesprochen.

Weitere Aufführungen gibt es am Freitag, 22. April, um 19.30 Uhr im Hotel Randsberger Hof (Cham); am Samstag, 30. April, in Sallach (Stadt Geiselhöring), Gasthof Haan. Im Oktober ist eine weitere Aufführung in Mitterfels geplant.

Bogener Zeitung, 01.03.2016, erö

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