Im Geist von „Motown“

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Über 30 Sänger und Musiker proben seit Monaten für ein musikalisches Spektakel

Über 30 Musiker nehmen an den beiden Aufführungen Anfang April teil – das komplette Ensemble ist auf dem Motown-Plakat verewigt.

Lehrer und Schüler, Profis und Amateure – über 30 Musiker und Sänger proben seit einem halben Jahr für ein musikalisches Spektakel. Unter dem Motto „The Spirit of Motown“ werden die Hits der Motown-Studioband „The Funkbrothers“ aufleben. Initiator und Motor sind, wie so oft, die Profimusiker Klaudia Salkovic-Lang und Stefan Lang.

Das Mitterfelser Ehepaar hatte die Idee zu diesem Ereignis und hat sich lauter motivierte und fähige Musiker und Sänger verschiedener Bands sowie die Kreismusikschule ins Boot geholt. Das jüngste Ensemblemitglied ist 14 Jahre alt, die ältesten sind über 50 Jahre. „Und alle sind mit Leib und Seele dabei.“

Über 30 Musiker – Instrumentalisten und Sänger – werden am Freitag, 8., und Samstag, 9. April, das Oberalteicher Kulturforum rocken. Wobei „rocken“ genaugenommen das falsche Wort ist. Schließlich handelt es sich bei Motown-Musik nicht um Rockmusik, sondern um Soul und Funk. Mit auf der Bühne stehen „funkAlarm“, das Vokalensemble „Micbites“ und die Bigband der Kreismusikschule sowie befreundete Musiker unter anderem von „Caren’s Mom“.

„Motown war in den 60er und 70er Jahren eine sehr erfolgreiche Plattenfirma mit Sitz in Detroit, der Stadt der Autobauer“, erzählt Lang. Schnell sei damals aus den Begriffen „Motor“ und „Town“ dann „Motown“ geworden. Die Plattenfirma hatte über 100 Nummer-1-Hits mit Liedern unter anderem von Stevie Wonder, Diana Ross and the Supremes, den Temptations oder den Jackson Five und war weltberühmt. „Die hatten mehr Bestseller als die Beatles und die Rolling Stones“, ergänzt Klaudia Salkovic-Lang. Sicherlich seien die Welthits wie „Superstitious“ und „My girl“ vielen ein Begriff.

Idee vor vier Jahren

Die Idee zu diesem musikalischen Event hatten Klaudia Salkovic-Lang und ihr Mann Stefan Lang schon vor vier Jahren. Da beide Profimusiker auch als Lehrer an der Kreismusikschule arbeiten, war es naheliegend, im Vorfeld deren Leiter Andreas Friedländer mit ins Boot zu holen. Es fiel ihnen nicht schwer, Friedländer von ihrer Idee eines Motown-Konzerts zu begeistern. Zum einen, weil sie bereits bei mehreren musikalischen Großereignissen gemeinsame Erfolge feiern konnten, zum anderen ist der Kreismusikschulleiter für solche Vorhaben eigentlich immer zu haben. Von der Idee bis hin zur Aufführung aber ist es ein weiter Weg, gepflastert mit vielen Steinen. Einer davon ist die Finanzierung. Schließlich kosten solche Großereignisse in der Regel mehr Geld, als durch die moderaten Eintrittsgelder wieder hereinkommen. „Was aber nicht an der Gage des Ensembles liegt“, so die Drei unisono. Instrumentalisten und Sänger erhielten einen Fahrtkostenzuschuss, da sie teilweise von weither anreisen.

Sehr teuer sei aber das technische Equipment. „Vor allem bei Großprojekten.“ Da müsse der Klang von immerhin 30 Musikern aufeinander abgestimmt werden. „Nicht zu vergessen die Lichtanlagen.“ Dies koste nun mal viel Geld, auch wenn ihnen die jeweiligen Firmenbesitzer finanziell stets großzügig entgegenkommen.

Auf Sponsorensuche

Auch die Nutzung der Lieder kostet Geld. Eingefordert wird dies von der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA). Ein ursprünglich löbliches Engagement im Sinne des Urheberrechts, das jedoch ungeahnte Ausmaße annimmt. Friedländer: „Sogar für einfache Vorspielabende der Kreismusikschule müssen wir Gebühren an die GEMA bezahlen.“ Und so machen sich Klaudia Salkovic-Lang und Stefan Lang nach der Idee immer erst einmal auf die Suche nach Sponsoren. Dank ihrer jahrelangen musikalischen Tätigkeit wissen sie genau, an welche Unternehmer, Banker und Musikliebhaber sie sich wenden können. „Dort treffen wir immer auf offenen Ohren“, erzählen sie dankbar. Denn ohne das finanzielle Engagement der Gönner seien viele ihrer Großprojekte nicht umsetzbar.

„Alle brennen“

Trotz der zusätzlichen Arbeit, die sie sich mit ihren Musikprojekten machen, schwingt ihre Begeisterung in jedem ihrer Sätze mit. Die Organisatoren machen dies sichtlich aus Freude an der Musik und aus Lust am Zusammensein mit Gleichgesinnten. Ein Engagement, das Friedländer zu schätzen weiß. „Es ist ein Glücksfall, Lehrer an der Kreismusikschule zu haben, die solche Ideen haben.“ Ein bisschen stolz macht es ihn auch, dass das Ensemble sich größtenteils aus Lehrern und Schülern der Kreismusikschule, auch ehemaligen, zusammensetzt. „Alle brennen und das seit den ersten Proben im August.“ Auch der Zeitpunkt der Aufführung ist wohl überlegt. Dieses Jahr hat sich für eine Großveranstaltung angeboten, weil in Mitterfels nach langer Zeit wieder einmal „nur“ ein Theater aufgeführt wird. „Nur ist hier so zu verstehen, dass dadurch der Chor der Kreismusikschule und auch deren Musiker nicht gebraucht werden“, erklärt Friedländer. Und so haben im Sommer am ersten Probenwochenende in der Musikschule in Alteglofsheim (Kreis Regensburg) über 30 hochmotivierte Musiker teilgenommen. Drei Tage lang hätten sie geprobt, von morgens bis spät in die Nacht. Mit dem Schwarz-weiß-Video, das sie dabei drehten, gingen sie auf Sponsorensuche. Inzwischen ist ein halbes Jahr vergangen und die Organisatoren sind jetzt schon von der Qualität der Aufführung begeistert. Fanden die Proben bisher einmal die Woche statt, so werden sie, je näher die beiden Termine rücken, noch intensiviert. Kurz vor den Aufführungen wird jeden Tag geprobt. „Alle sind voll bei der Sache“, sagt Klaudia Salkovic-Lang. Das zeige sich auch darin, dass bei den Proben immer alle da sind. „Auch wenn sie von weither anreisen müssen.“

Kulturforum: Idealer Ort

Für die Organisatoren ist das Kulturforum in Oberalteich ein idealer Ort für ihre Aufführung. Zum einen passen 400 Besucher rein, zum anderen laufe es mit dem Verantwortlichen bei der Stadt Bogen, Christian Freundorfer, und Hausmeister Franz Rosenhammer erfreulich reibungslos. Und nicht zuletzt passt auch die Bühne: Sie ist für das 30-köpfige Ensemble gut erweiterbar. Eine Besonderheit haben sich die Organisatoren für ihre Aufführungen zusätzlich einfallen lassen: Neben den Sitzplatzkarten gibt es auch sogenannte Tanzkarten. Somit können tanzfreudige Besucher schon beim allerersten Motown-Lied ungehindert das Tanzbein schwingen. – usa –

Info

Die Sitzplatz- (24 Euro) und Tanzkarten (19 Euro) gibt es im Vorverkauf beim Straubinger Tagblatt, der Bogener Zeitung und bei Schreibwaren Stolz (Mitterfels). Die Konzerte im Kulturforum Oberalteich beginnen am Freitag, 8., und Samstag, 9. April, jeweils um 20 Uhr; Einlass 19 Uhr. Mehr Infos und ein Video von den Proben zur Einstimmung auf das Konzert befinden sich auf der Homepage unter www.spirit-of-motown.de.

Seit über einem halben Jahr wird bereits für die beiden Aufführungen im Kulturforum geprobt. (Fotos: privat)
Bogener Zeitung, 27.02.2016

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