Festabend anlässlich 50 Jahre „Markterhebung Mitterfels“

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50 Jahre Markterhebung Mitterfels – „ein Tag, der festlich begangen werden muss“, meinte der Marktrat und entschied sich für einen Festabend mit gemeinsamem Essen und einem geschichtlichen Rückblick auf 50 Jahre positive Entwicklung.

Dazu hatte Franz Tosch, langjähriger Rektor an der Schule und ehemaliger Vorsitzender des AK Heimatgeschichte, einen bebilderten Vortrag „Vom Dorf zum Markt“ vorbereitet.
Neben Gemeinderäten und Ehrenbürgern waren die Mitglieder des AK Heimatgeschichte eingeladen: „Sie arbeiten seit 25 Jahren mit dem Mitterfelser Magazin die Mitterfelser Geschichte auf“, erklärte Bürgermeister Heinrich Stenzel. Er freute sich auch, dass Schwarzachs Bürgermeister Georg Edbauer als Vertreter der damaligen Patengemeinde Schwarzach, und Vera Biller, Markträtin und Enkelin des damaligen Bürgermeisters Karl Biller, gekommen waren. Er werde oft gefragt, warum Mitterfels eine Marktgemeinde sei, erzählte Stenzel. Die Antwort: Mitterfels war mehr als 700 Jahre lang Sitz zentraler Behörden und Ämter und ist 1194 erstmalig urkundlich erwähnt. Stenzel blickte zurück: Bei der Antragstellung zur Markterhebung haben auch die „Sommerfrische“ und der Fremdenverkehr in Mitterfels eine wichtige Rolle gespielt. Schon 1953 beantragte Gemeinderat Franz Lohbauer der Titel „Markt“; zunächst erhielt der Ort aber 1957 das Prädikat „Staatlich anerkannter Luftkurort“, ebenfalls dank Franz Lohbauer.
Gefragter Wohnort mit guter Infrastruktur

Damals entstand auch das Gemeindewappen mit Richtschwert, weißblauen Rauten und Tanne. Im Februar 1968 reichte dann der neue Gemeinderat unter Bürgermeister Walter Uekermann den Antrag auf Markterhebung ein, und schon im Juni ’68 wurde Mitterfels die Bezeichnung „Markt“ verliehen und im Sommer mit einem großen Festprogramm gefeiert. Die Marktgemeinde Schwarzach mit Bürgermeister Karl Biller übernahm die Patenschaft und stiftete eine Amtskette. „In den vergangenen 50 Jahren hat sich Mitterfels weiter zu einem zentralen Ort entwickelt und ist heute ein gefragter Wohnort mit einer sehr guten Infrastruktur“, schloss Stenzel seine Einführung. In drei Kapiteln, unterlegt mit zahlreichen Bildern und Grafiken, schilderte Franz Tosch die geschichtliche Entwicklung von Mitterfels, „das in mehr als 700 Jahren als Sitz von vielen Ämtern und Behörden eine Sonderstellung unter den Orten des nördlichen Landkreises eingenommen hat“. Schon früh sei der Platz rund um die Sankt-Georgs-Kirche als Marktplatz bezeichnet worden.


1968: Mitterfels zieht das Festkleid an

Mitte der 60er-Jahre wurde der Antrag auf Markterhebung erneut gestellt. Einige der Begründungen: 800 Jahre lang Sitz eines Pflegegerichtes, Sitz zahlreicher Ämter, Versorgung der Bevölkerung mit Handelsbetrieben und Geschäften, anerkannter Luftkurort mit 25000 Übernachtungen, Bau von Kanalisation, Wasserversorgung und Ortsbeleuchtung, Gaststätten und Cafés und ein reges Vereinsleben. Nicht zu vergessen die Stützpunktfeuerwehr und große Aufbauleistungen mit Schule und Turnhalle, Fernmeldedienststelle, Schlachthaus, neuen Wohn- und Geschäftshäusern. Unter dem Motto „Mitterfels, zieh dein Festkleid an“ wurde im August 1968 die Markterhebung mit Sportwettkämpfen, Bierzelt und Festakt in der Turnhalle gefeiert. Schönstes Geburtstagsgeschenk: die Chronik „800 Jahre Geschichte um Mitterfels“ von Max Lachner (München), die Franz Wartner 1988 überarbeitete. Tosch stellte die drei amtierenden Bürgermeister Walter Uekermann (’66 bis ’78), Werner Lang (’78 bis 2002) und Heinrich Stenzel (ab 2002) vor, die in zwei Rathäusern amtierten, erinnerte an den Abzug von Behörden und Ämtern, von denen nur noch das Notariat übrig geblieben ist, ein schmerzlicher Verlust für den Markt. Eine weitere Veränderung ergab sich durch die Gebietsreform, als Mitterfels im Juli 1979 als erste Gemeinde in Niederbayern freiwillig eine Verwaltungsgemeinschaft mit Ascha, Haselbach und Falkenfels gründete. Ein weiterer Verlust waren die Auflösung der Bahn und der Einbruch der Übernachtungszahlen mit der Schließung von Mondi-Holiday. Dem Verlust der Ämter konnte durch die Schaffung von Bildungsstätten wie der Kreismusikschule und der Berufsfachschule oder sozialen Einrichtungen wie der Bruder-Konrad-Werkstätte erfolgreich begegnet werden, so Tosch.

Pfarrer Ludwig Pramps baute eine neue Kirche, Sepp Brembeck schuf mit seiner Sammlung in der Burg ein besonderes Museum, ein modernes Seniorenheim, das Panoramabad und ein zeitgemäßer Kindergarten wurden gebaut. Als kultureller Treffpunkt entstand mit der Hien-Sölde ein historisches Juwel. 2003 konnte der Markt die Burg Mitterfels erwerben, die zuvor aufwendig saniert worden war; einige Jahre später auch den bewaldeten Burgberg. Zwei Luftaufnahmen zeigen die strukturellen Veränderungen mit Ortskernsanierung, Straßenbau und zahlreichen neuen Baugebieten.


„Mitterfels ist meine Heimat“

Tosch ging noch auf die umfangreichen Projekte der Grundversorgung ein, die Lebensqualität durch Freizeitmöglichkeiten, Sport, Feste wie Marktmeile und Christkindlmarkt, das funktionierende Gemeinschaftsleben und die damit verbundene Identifikation der Bürger: „Mitterfels ist meine Heimat“.

Elisabeth Röhn, Straubinger Tagblatt 1.12.2018

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