Marktgemeinderat zieht bei Jahresabschlusssitzung Bilanz

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Asylpolitik und Schulsanierung große Themen - Marktgemeinderat zieht bei Jahresabschlusssitzung Bilanz und verabschiedet Mitarbeiter

Die letzte Sitzung des Marktgemeinderates findet traditionsgemäß in einem offiziellen Rahmen mit Marktgemeinderäten, Mitarbeitern der Verwaltung und Gemeinde, der Kirchen und des Kindergartens, mit Vertretern der Institutionen und Einrichtungen und einem gemeinsamen Essen statt. In diesem Jahr traf man sich im Landgasthof Fischer, wo Bürgermeister Heinrich Stenzel mit Henriette Jackowska und Kämmerer Alois Geith zwei Mitarbeiter der Verwaltung verabschiedete.

Henriette Jackowska war mehr als 25 Jahre lang als Reinigungskraft in der Schule tätig und stellte sich auch als Aushilfe zur Verfügung. Mit Ruhe, Gelassenheit und immer zuverlässig habe Jackowska ihre nicht immer leichte Aufgabe bewältigt, sagte Stenzel. Mehr als 38 Jahre lang war Alois Geith als Kämmerer in der Marktgemeinde und ab 1978 in der Verwaltungsgemeinschaft mit den vier Gemeinden Ascha, Falkenfels, Haselbach und Mitterfels tätig. Wie kein anderer habe er mit Erfahrung, Weitblick und akribischer Arbeit die Geschicke der VG geprägt. Trotz mancher Anfeindung habe Geith Ruhe und Gelassenheit bewiesen. Im August 2010 habe er sein 40-jähriges Jubiläum im öffentlichen Dienst gefeiert. Geith habe als Steueranwärter beim Finanzamt in Straubing begonnen, einige Jahre beim Finanzamt München-West gearbeitet und sei im Juli 1978 bei der VG Mitterfels angestellt worden. „Für uns Bürgermeister war er ein sehr kompetenter Ansprechpartner mit Übersicht und Weitblick, wenn es um finanzielle Angelegenheiten ging“, betonte Stenzel.

„Die große Politik lässt die Kommunen allein“

Die Asylpolitik sei auch in Mitterfels wieder ein großes Thema gewesen, sagte Stenzel. 80 Prozent der Bewohner des Wohnheims an der Steinburger Straße seien als Flüchtlinge anerkannt, einige Familien hätten bereits Wohnungen auf der Anlage bezogen. Zurzeit seien etwa 115 Flüchtlinge in Mitterfels untergebracht. Stenzel äußerte sich kritisch über die Lage: Es werde schwierig werden, wenn die Kommunen für anerkannte Flüchtlinge Wohnraum zur Verfügung stellen müssen. Hier gebe es keine Lösungen, „die große Politik lässt die Kommunen allein“. Stenzel würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen des Helferkreises. Dank ihnen sei das Wohnheim in guten Händen, ohne sie wäre die Arbeit nicht zu schaffen. Stenzel erwähnte besonders 2. Bürgermeister Heinz Uekermann, der sich für die Betreuung und Integration einsetzt, und Hausmeister Helmut Stumhofer.

Es gab noch mehr Erfreuliches zu berichten: Der Anbau des Feuerwehrhauses und zwei neue FFW-Fahrzeuge wurden geweiht, der erste Teil des Breitbandausbaus wurde im Herbst mit einem Kostenanteil des Marktes in Höhe von 52  400 Euro abgeschlossen. Stenzel erwähnte die vielen Straßensanierungen und den Ausbau von Geh- und Radwegen. Mit der Sozialpädagogin Elisabeth Lange sei eine Ganztagskraft für die Schule eingestellt worden, der neue Hort sei voll belegt.

Die Sanierung des Schulgebäudes von 1964 habe sich verschoben, da an der Stelle der alten Turnhalle ein Neubau für Schule und Bücherei entstehen soll. Dadurch erhöhten sich die Kosten auf etwa vier Millionen Euro, die Architektenleistungen müssten europaweit ausgeschrieben werden. Die Ausschreibung laufe, im Januar sollen die Angebote gesichtet und vergeben werden. Stenzel ging weiter auf die energetische Sanierung des Rathauses ein, für die die Gemeinde aus dem KIP einen Zuschuss von 366 000 Euro erhält. Erinnert wurde auch an das Hochwasser, das die Brücke samt Fundamenten an der Talmühle zerstörte. Eine neue Betonbrücke sei inzwischen errichtet, so Stenzel.

Er blickte auch auf die Veranstaltungen von Vereinen und Gruppen zurück und schloss einen kurzen Überblick über die Finanzen an: Die Gemeinde entwickele sich ansprechend bei steigenden Einwohnerzahlen. Für den Verwaltungshaushalt 2016 seien gut 3,9 Millionen Euro veranschlagt worden. Schlüsselzuweisungen und Einkommensteuerersatz seien erhöht, ebenso weitere Steuern wie der Einkommen- und Gewerbesteueranteil. Erhöht hätten sich die Kreisumlage (991 000 Euro), die Schulverbandsumlage (knapp 240 000 Euro) und die VG-Umlage (277 000 Euro).

Sanierung des alten Schultrakts im Fokus

Der Schuldenstand beträgt voraussichtlich 3,14 Millionen Euro. Die Einwohnerzahl ist mit 2609 steigend, es gab 27 Geburten, 52 Sterbefälle, 30 Eheschließungen und sieben Scheidungen. Im kommenden Jahr werde das Hauptaugenmerk auf der Sanierung des alten Schultraktes liegen, die Kosten von etwa vier Millionen Euro würden den finanziellen Spielraum der Gemeinde erheblich einschränken, so Stenzel. Weiter stehen die Sanierung des Rathauses und die Feinteerung im Baugebiet Pimaisset an. Die Sanierung der Straßen werde fortgeführt. Schwierig gestalte sich die Suche nach neuem Baugrund, es gebe viele Anfragen, betonte Stenzel. Dem schlossen sich umfassende Lobesworte des Bürgermeisters an alle, die sich in das gemeindliche Leben eingebracht haben, an. Mit Beharrlichkeit und Geduld habe Stenzel seine Arbeit getan und viele Dinge vorangebracht, erklärte 3. Bürgermeister Konrad Feldmeier mit einem Lob an den 1. Bürgermeister.

Bogener Zeitung 24.12.2016

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