Gut Leben in Mitterfels : Kampf um eine Wiese als Auslöser für Kanditatur im Gemeinderat

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    Warum Tierärztin Dr. Heidi Güldenhaupt für Marktgemeinderat kandidierte


    "Als ich hier herkam, gab es im Perlbachtal noch Muscheln. Wir sollten unser Paradies vor der Haustüre mit seinem Biotop unbedingt als nicht mehr antastbares FFH-Gebiet ausweisen, dann wären Abholzungen durch Grundeigentümer, wie vor Jahren geschehen, nicht mehr möglich".

    Allein dieses Statement von Dr. Heidi Güldenhaupt sagt aus, worauf es der Marktgemeinderätin ankommt. Ihr sind die Natur und die Menschen und, - schon von Berufs wegen, - die Tiere sehr wichtig.

     

    Die in Regensburg aufgewachsene evangelische Christin studierte in Hannover Tiermedizin und lernte schon zu Beginn des Studiums ihren Mann Reiner kennen. "Wir wollten eigentlich nach Argentinien gehen und dort Großtiere pflegen, aber wegen der Kinder sind wir in Deutschland geblieben", gesteht die Mutter von zwei Söhnen und zwei Töchtern im Interview und schiebt nach: "Kinder sind überhaupt meine Leidenschaft".

    Und so kamen die Güldenhaupts 1981 durch die Übernahme der Praxis von Dr. Leidl nach Mitterfels. "Schon am ersten Tag hat mich die Hien-Sölde fasziniert, ebenfalls das Perlbachtal mit seiner einmaligen Flora und Fauna", gesteht die Veterinärin, die täglich mit ihren drei Hunden durch die Gegend um Mitterfels streift, die sie als "Schatz ohne Ende" bezeichnet.

    Das Reiten und die Pferdezucht war in den ersten Mitterfelser Jahren das große Hobby der Tierärztin, deren Kinder im Voltigieren niederbayerischer Meister wurden. Eine Tochter gewann sogar den Springreiter-Jugendcup.

    Stark ausgeprägt ist die soziale Ader von Dr. Heidi Güldenhaupt. Christliche Werte in der Erziehung und im täglichen Miteinander gehören zum Lebensbild der 60-Jährigen, weshalb sie zu den Initiatorinnen der Ökumene-Bewegung zählt oder im Kleinen Weltladen zum Verkaufsteam gehört.

    Wie kam Dr. Güldenhaupt zur Kommunalpolitik? "Hinter unserem Haus sollte eine Wiese zum Baugebiet mit problematischer Zufahrt über einen Radweg werden. Dagegen sammelte ich Unterschriften", erzählt die Tierärztin, die überzeugt davon ist, "dass Demokratie nur funktioniert, wenn alle mitmachen". Also ließ sie sich 1996 von der CWM nominieren und bekam das Vertrauen der Bürger.

    "In der ersten Periode waren wir noch vier Frauen am Ratstisch, dann drei, jetzt nur noch zwei", bedauert die Marktgemeinderätin diese "Schwindsucht". Dabei wären Frauen in kommunalen Parlamenten ihrer Meinung nach vor allem für soziale und menschliche Fragen sehr wichtig, sagt das Mitglied im Tourismus-Ausschuss, das die gute Atmosphäre und Transparenz am Mitterfelser Ratstisch ausdrücklich lobt, was ein Verdienst von Bürgermeister Heinrich Stenzel sei.

    "Das Baurecht und so manche Verordnung sind zwar nicht so meine Sache. Aber eines weiß ich: Ein Kanaldeckel ist weder rot noch grün", erteilt die Gemeinderätin jeglicher Parteipolitik in der lokalen Politik eine Absage. Ihre besonderen Einsätze als Gemeinderätin, etwa beim Erlass einer Hundeanleinverordnung oder beim Verhindern der Mero-Gasleitung durch die Ortschaft, fand Dr. Güldenhaupt parteiübergreifend Zustimmung.

    "Manchmal bin ich auch lästig", gesteht die Tierliebhaberin, die sich gerne beim Wandern oder bei Reisen mit ihrem Mann vom beruflichen und ehrenamtlichen Stress erholt. Denn Dr. Heidi Güldenhaupt versucht mitunter durch klärende Nachfragen bei den Sitzungen den Dingen auf den Grund zu gehen. "Da bekommen dann manche einen roten Kopf", erzählt die eloquente Frau mit einem Lächeln.

    Es kam auch schon vor, dass bei Anträgen, die aus Sicht der Akademikerin "vernünftig und wichtig" gewesen wären, aus allen möglichen Gründen eine Mehrheit dagegen gestimmt hat. "Fachwissen zählt nicht, wenn es um Vorurteile und Gefühle geht", kommentiert die Gemeinderätin ihre negative Erfahrung im Ehrenamt. Das sollte sie aber nicht davon abhalten, sich bei den Kommunalwahlen 2014 wieder zur Verfügung zu stellen. Dann, so kündigt sie an, "werde ich meine Vision von einem Autobahn-Hinweisschild auf die Hien-Sölde als ältestes Holzbauwerk Niederbayerns mit Nachdruck verfolgen" .

    Bericht und Bild : Max Strasser, SR-Tagblatt 22.3.2013

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