Info- und Anmeldetag der Berufsfachschulen III

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Hauswirtschaft ist mehr als Kochen und Putzen

Es gab viel zu sehen: großes Interesse am Info- und Anmeldetag der Berufsfachschulen III


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Mitterfels. (erö) Großer Andrang mit Warteschlangen bei der Anmeldung herrschte auch in diesem Jahr beim Infotag der Staatlichen Berufsfachschule III für Hauswirtschaft und Kinderpflege (Mitterfels) sowie Sozialpflege (Strauhing), der am Wochenende in der Zweigstelle in Mitterfels stattfand. Zahlreiche junge Mädchen und auch einige junge Männer zeigten Interesse an der Ausbildung.

Mit Beginn des Schuljahres 201212013 treten neue Lehrpläne und Stundentafeln in Kraft, die die Ausbildung in vielfältiger Weise modernisieren, flexibel gestalten und den gesellschaftlichen Anforderungen an eine hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung Rechnung tragen, betonte Zweigstellenleiter Studiendirektor Johann Huber. Das Image des Hauswirtschafters als "Mädchen für alles", das putzt, kocht und bäckt, habe sich nachhaltig geändert. Die Schulen können eigenverantwortlich Ausbildungsschwerpunkte wie "Grundversorgung und Betreuung von Kindern" oder "Grundversorgung und Betreuung alter Menschen" festlegen: Auch die Berufsabschlüsse wurden modernisiert. Beenden die Schülerinnen die Ausbildung nach zwei Jahren, erhalten sie mit bestandener Abschlussprüfung die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfte Helferin für Ernähnmg und Versorgung". Am Ende einer erfolgreichen dreijährigen Ausbildung sind sie "Staatlich geprüfte Assistentin für Ernährung und Versorgung".


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Bunte Basteleien

Diese und viele weitere Informationen gab es auch beim Anmeldetag. Für das Schuljahr 201212013 sind das aktuelle Zwischenzeugnis oder das letzte Schulzeugnis sowie ein Bewerbungsschreiben und ein Lebenslauf mit Lichtbild erforderlich. In der Aula erläuterten Lehrkräfte die drei Ausbildungszweige, mit einem Stand und bunten Basteleien präsentierten sich die Internatsschülerinnen. Auch Stellvertretender Landrat Josef Laumer, Bürgermeister Heinrich Stenzel sowie Gesamtleiter Oberstudiendirektor Johann Dilger und seine Stellvertreterin Studiendirektorin Hermine Eckl statteten den Klassen einen Besuch ab. Soziale Kompetenz, Werteerziehung und die Erziehung zu Eigenverantwortung haben sich Schulleitung und Lehrerkollegium auf die Fahnen geschrieben. Gesamtleiter Johann Dilger würdigte das Engagement der Lehrkräfte: Nur durch ihren Einsatz, neben dem regulären Unterricht, sei ein so aufwendig gestalteter Informationstag möglich.

Das wurde bei dem Gang durch das Haus deutlich. Ein Raum war dem Projekt "Mediterrane Kost" gewidmet. Hier hatten Fachlehrerin Beate Frank und ihre Mädchen eine Tafel festlich gedeckt, Bildwände zeigten Koch Salvatore mit seinem Team beim Zubereiten südländischer, gesunder Kost, daneben farbenprächtige Dekoration zum selben Thema. Knusprige Cantuccini konnten gekostet werden. Weitere Projekte aus dem vergangenen Jahr wie "Gesunde Ernährung aus der Region", Kinderbackstube oder das Gestalten von Nikolausstiefeln für den Kindergarten in Mitterfels waren aufgeführt. Um Spiel und Spiele ging es im Fach Kinderpflege. Bunte Spiele, kombiniert mit Geschichten, standen zum Ausprobieren bereit, die Faszination der Symmetrie konnte entdeckt und die bunte Welt des Kaleidoskops bewundert werden. Ein kleines Rätsel zwang die Besucher zum Nachdenken über die Namen verschiedener Formen. Dass zur Kinderpflege auch Gesundheitserziehung gehört, wurde auf einer Plakatwand mit Infos über die Unterrichtsfächer deutlich gemacht. Informiert wurde auch über die Bedeutung der Krippenpädagogik.

Viele aufklärende Informationen auch zum Fach Soziales. Hier fielen besonders interessante Fotos über die Biografien von Senioren auf. Ob Behinderte oder Senioren, alle haben ihre eigene Lebensgeschichte, betonte Fachlehrerin Marianne Buchner. Neben der Ausbildung zur staatlich geprüften Sozialbetreuerin kann zur Pflegefachhelferin ausgebildet werden. Ortsnah werden die Praktika der Schülerinnen absolviert. Auch effektive Beschäftigungsmöglichkeiten für Senioren oder Behinderte und Pflegemittel wurden vorgestellt.


Fächerübergreifendes Lernen

Fächerübergreifend lernt man bei Elvira Wudy. Sie stellte Schwerpunktmäßig das Lernfeld-Konzept "Eine-Welt und Fairer Handel" unter anderem auf Plakaten, mit einem Film zum Thema "Brot für die Welt" und einem Stand mit Fairtrade-Waren vor. Hier komme auch die ethische Dimension zum Tragen, so Wudy. Bunt und frühlingshaft ging es im Fachbereich Textilarbeit/Werken zu. Die Fachlehrerinnen greifen alte Techniken neu auf und setzen sie modern um. Da gibt es aus Papier geflochtene Armbänder, buntes Kinderspielzeug aus bemaltem Salzteig und, besonders beliebt bei den Mädels, Spiegelrahmen oder Tische mit Mosaik verziert. Die Ideen gehen uns nicht aus, erklärte Fachlehrerin Barbara Knebl-Heinemann. Dass Nähen und Stricken wieder "in" sind, zeigte sich im Raum Textilarbeit. Hier wurden eifrig Schals genäht und komplizierte Häkelmuster ausprobiert. Die gute alte Strickliesel kam zu neuen Ehren. Kunstvolle Näharbeiten der Schülerinnen waren ausgestellt. In der Cafeteria konnten sich die Besucher bei einer Tasse Kaffee oder an der Kuchentheke stärken. Auch ein Menü mit Gulaschsuppe, Fitnessteller und Chinapfanne hatten die Mädchen unter der Leitung von Susanne Foierl vorbereitet.

Führungen gab es auch durch die Räume des angeschlossenen Internats. Es sei zurzeit mit 50 Mädchen gut belegt, sagte Heimleiterin Marion Feldmayer. Die Schülerinnen kommen überwiegend aus Nachbarlandkreisen und erhalten neben einer Komplettverpflegung und Unterkunft auch eine schulische Betreuung. Sie wirke sich sehr positiv auf die Noten aus, so Feldmayer. Dazu komme ein starkes Gemeinschaftsgefühl und Freundschaften würden gefördert.


Mittlerer Schulabschluss ab neuem Schuljahr möglich

(erö) Weit mehr als 1000 Hauswirtschafterinnen beziehungsweise Staatlich geprüfte Hauswirtschaftshelfer und -helferinnen haben seit der Gründung der Berufsfachschule für Hauswirtschaft in Mitterfels im Jahre 1974 ihren Berufsabschluss gemacht. Das Image der Hauswirtschafterin als "Mädchen für alles", das kocht, putzt und bäckt, hat sich seither nachhaltig verändert.

Mit Beginn des Schuljahres 2012/2013 treten neue Lehrpläne und Stundentafeln in Kraft, die die Ausbildung in vielfältiger Weise modernisieren und flexibel gestalten. Sie tragen so den gesellschaftlichen Anforderungen an eine hauswirtschaftliche Versorgung und Betreuung Rechnung. Damit können die Schulen beispielsweise eigen verantwortlich Ausbildungsschwerpunkte wie "Grundversorgung und Betreuung von Kindern" oder "Grundversorgung und Betreuung alter Menschen" festlegen. Mit der Neuregelung der Ausbildung werden auch die Berufsabschlüsse modernisiert. Beenden die Schülerinnen die Ausbildung nach zwei Jahren, dann erhalten sie mit bestandener Abschlussprüfung die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüft er Helfer/Helferin für Ernährung und Versorgung". Am Ende einer erfolgreichen dreijährigen Ausbildung erhalten die Schülerinnen die Berufsbezeichnung "Staatlich geprüfte Assistentin für Ernährung und Versorgung". Wird zusätzlich die Abschlussprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz bestanden, wird auch die Berufsbezeichnung "Hauswirtschafterin/Hauswirtschafter" verliehen.

Sowohl mit dem zweijährigen als auch mit dem dreijährigen Abschluss erhalten die Absolventen bis zu einem Notendurchschnitt von 2,5 und dem Nachweis befriedigender Englischkenntnisse den Mittleren Schulabschluss. Für Schülerinnen und Schüler, die bereits den Mittleren Schulabschluss an Realschule, Wirtschaftsschule oder Mittelschule vorweisen, besteht die Möglichkeit, die dreijährige Ausbildungszeit auf zwei Jahre zu verkürzen. Aller Voraussicht nach wird auch die Bezeichnung der Schule den Neuerungen und Veränderungen angepasst werden. Anstelle "Berufsfachschule für Hauswirtschaft" wird es dann heißen "Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung".


 

Elisabeth Röhn, in: SR-Tagblatt vom 12. März 2012, Seite 13