Früh­jahrs­kon­zert 2017 des Mu­sik­ver­eins

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Ge­den­ken an Ot­to Kolm­see – Auf Früh­ling ein­ge­stimmt

Erfreulich, dass es nach einjähriger Pause wieder ein Frühjahrskonzert des Musikvereins Mitterfels gab. Mit einem gewohnt schwungvollen Programm, mit Marsch und Polka, mit Walzer und Filmmusik stimmten die Musiker der Blaskapelle die Zuhörer auf den Frühling ein. Bewährt hat sich auch die Doppelturnhalle als „Konzertsaal“,

 

Blasmusik braucht einfach viel Raum. Ein Teil des Konzerts war Otto Kolmsee gewidmet, der von 1982 bis 1999 engagierter Dirigent und später Ehrendirigent der Blaskapelle war und der 2007 starb. Kolmsee, nicht nur wegen seiner Körpergröße „Otto der Große“ genannt, hat die Mitterfelser Blaskapelle geprägt und sie weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt gemacht.

Dazu trägt bis heute auch Dirigent Jürgen Malterer bei, der seinen Bläsern bei öffentlichen Auftritten sehr viel abverlangt. So war auch dieser Konzertabend sehr gelungen mit Blasmusik auf hohem Niveau, mit einem ausgewählten Programm für jeden Geschmack. Vereinsvorsitzender Dominik Drechsler hieß neben zahlreichen Ehrengästen befreundete Blaskapellen aus der Nachbarschaft und sogar aus Hasliberg in der Schweiz willkommen.

Zur Einstimmung gab es dann eine feierlich-festliche Intrada mit sakralen Elementen, auch der Reformator Martin Luther wurde zitiert: „...Musik ist ein Geschenk Gottes. Sie vertreibt den Teufel ...“. Vom Teufel war nichts zu spüren an diesem Abend. Die Auswahl der Musikstücke war gut überlegt, es gab beschwingte Konzertwalzer, einmal nicht von Strauß, sondern von Shostakovich, es gab Filmmusik aus den Western von Ennio Morricone, bei der man förmlich die Kojoten heulen und die Planwagen über die Prärie rollen hörte.

Eine Glanzleistung des Orchesters. Und es gab eine Überraschung: sechs junge Musikanten, fünf Burschen und ein Mädchen, stellten sich als Nachwuchsbläser vor und nahmen wie selbstverständlich im Orchester ihre Plätze ein. Leichte Kost war mit dem Walzer „Träumerei“ geboten, dem schloss sich mit der Polka „Böhmische Liebe“ eine Liebeserklärung an die Musik an.

Eine Liebeserklärung an Otto Kolmsee war der Konzertmarsch „Regimentskinder“ von Julius Fucik, mit unglaublicher Leichtigkeit schmissig und schneidig gespielt. Nach der Pause, – die Bewirtung hatten Vereinsmitglieder übernommen –, wurde Otto Kolmsees gedacht, der über Jahre hinweg als Dirigent den Ton angab. Unter seiner Leitung blühte die Kapelle auf, nahm bald an Leistungsspielen, Radioauftritten und sogar an der Meisterschaftsfeier des FC Bayern München im Olympiastadion teil.

Ganz wichtig sei Kolmsee die Nachwuchsförderung gewesen, bis zur Taktstockübergabe an Jürgen Malterer. Bilder auf einer großen Leinwand und Lieblingsstücke „Ottos des Großen“ ließen viele Erinnerungen wachwerden. Erinnerungen weckten auch das Medley „Dankeschön, Bert Kämpfert“ oder das Potpourri „Moskauer Nächte“. Zum Schluss mit dem „Laridah-Marsch“ noch einmal ein Dankeschön an Otto Kolmsee, und von Bürgermeister Heinrich Stenzel ein großes Lob: „Es hat super geklappt!“.

In seiner Eigenschaft als Bezirksdirigent zeichnete Jürgen Malterer die Musikerin Maria Liebl für 25 Jahre Mitgliedschaft beim Musikbund von Ober-/Niederbayern mit der silbernen Ehrennadel aus. Bei den zwei Zugaben durfte der bekannte „Bayerische Defiliermarsch“ nicht fehlen. (erö)

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