Perlbachtalweg : Lö­cher und Fur­chen: Ge­fähr­li­che Wan­der­rou­te

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Am 1. Juni wird es ein Jahr, dass ein Unwetter mit starken Regenfällen den Wanderweg im Perlbachtal bei Mitterfels verwüstet hat. Wassermassen rissen damals die Brücke über den Perlbach nieder. Kurze Zeit später wurde eine Behelfsbrücke, im Herbst eine neue Brücke gebaut. Jetzt ist Urlaubszeit und der Wanderweg schaut noch genauso aus wie kurz nach dem Unwetter, bemängelt Albert Jungtäubl: zerfurcht und mit tiefen Löchern.

Der Weg durchs Perlbachtal ist der Lieblingsweg von Albert Jungtäubl. Zwei- bis dreimal in der Woche wandert der Bogener dort. „Er liegt im Schatten, führt am Bach entlang, für mich einer der schönsten Wege in der Region.“ Und seiner Meinung nach auch ein Aushängeschild für einen Fremdenverkehrs- und Luftkurort wie Mitterfels.

Furchen bis zu 40 Zentimeter tief

Umso unverständlicher ist es für Jungtäubl, dass der Weg noch genauso ausschaut, wie kurz nach dem Unwetter. „Der schönste Streckenabschnitt ist am stärksten beschädigt. Bis zu 40 Zentimeter tiefe Löcher sind im Weg. Da muss man aufpassen, dass man sich nicht ein Bein bricht.“ Nur ein kleines Stück sei bislang ausgebessert worden. „Ich bin auch schon bei der Gemeinde vorstellig geworden, aber passiert ist nichts.“ Kurz nach dem Unwetter, bereits Mitte Juni vergangenen Jahres, hat das THW Bogen eine Behelfsbrücke über den Perlbach installiert, sodass der Perlbach wieder passierbar war, sagt der Mitterfelser Bürgermeister Heinrich Stenzel auf Nachfrage.

Gemeinde: „Wir können an Mühle nicht vorbeifahren“

„Im Herbst haben wir diese Behelfskonstruktion dann durch eine stabile Brücke mit Betonpfeilern ersetzt, die normalerweise künftige Unwetter überstehen müsste.“ Um einen Zuschuss für die Reparatur des Weges zu erhalten, habe man sich an die Landtagsabgeordneten Hans Ritt und Josef Zellmeier und den Bundestagsabgeordneten Alois Rainer gewandt. Weil Mitterfels vor einem Jahr keinen Katastrophenfall ausgerufen habe, gebe es keine Zuschüsse.

„Doch auch ohne Zuschuss bringen wir den Wanderweg natürlich wieder auf Vordermann“, verspricht Stenzel. Die Gemeinde werde die Löcher mit großen Steinen auffüllen und die Oberfläche des Wegs dann mit Mineralbeton aufschottern.“ Doch zur Streckenführung mit den größten Löchern käme die Gemeinde mit ihrem Unimog derzeit nicht hin. „Der Besitzer der Talmühle saniert gerade sein Haus und legt die Außenmauern trocken, sodass wir da nicht vorbeifahren können.“ Alfons Jungtäubl kann das Argument des Bürgermeisters nicht ganz nachvollziehen. „So eng ist das Ganze nicht. Mit einem kleinen Laster müsste man da durchfahren können.“

Der Wanderer versteht auch nicht, dass durch das Unwetter entwurzelte Bäume noch immer im Perlbach liegen. „Die nächste Überflutung ist schon vorprogrammiert, denn die Bäume im Bachbett verhindern, dass das Wasser abfließen kann.“ Bürgermeister Heinrich Stenzel sieht in diesem Punkt seine Gemeinde nicht in der Pflicht. „Das ist Aufgabe der Grundstücksbesitzer. Wir haben alle angeschrieben, dass sie die Bäume entfernen müssen.“ In zwei bis drei Wochen müsse der Eigentümer der Mühle das Haus trockengelegt haben. „Dann sanieren wir den Weg.“

Bürgermeister: Erhöhung des Wegs sehr aufwendig

Die Gemeinde habe auch überlegt, den Weg höherzulegen, damit er durch zukünftige Hochwasser nicht mehr beschädigt wird. „Aber da müssen erst sämtliche Fachstellen des Landratsamtes wie Naturschutz und Wasserrecht zustimmen.“ Deshalb habe die Gemeinde diese Idee wieder verworfen. – ale –

Straubinger Tagblatt, 25.5.2017

 

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