Kinderbuchautor Schubert las in der Grundschule vor

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lesung_schubertGeschichten über Fußball

Mitterfels. (erö) Ganz spielerisch und kurzweilig lernten die Kinder der Klassen 3 a und 4 a der Grundschule in Mitterfels von Autor Ulli Schubert, wie man ein erfolgreiches Kinderbuch schreibt. Der gebürtige Hamburger Schubert, einst Sportreporter in Radio und Fernsehen, ist ein Fußballfan, und das merkt man auch an seinen Büchern. Sie tragen Titel wie Fußballgeschichten, Elfmeter-Geschichten, Eigentor, Gefoult oder Fehlpass. Aber auch Krimis und Polizeigeschichten schreibt Schubert. Dabei gelingt es ihm, über das Erzählen von spannenden Sportgeschichten die Kinder mit ihren ureigensten Themen anzusprechen und zu fesseln.

So ging es in der Geschichte von Leon und Lea, die er zunächst vorlas, zwar um Fußball, aber auch um die Problematik, die sich in der Pubertät zwischen Jungen und Mädchen abspielt. Dass man als Mädchen durchaus auch erfolgreich Fußball spielen kann, dass sich ein Junge traut, sich mit einem Mädchen zu befreunden, ohne die Angst vor dem Ausgelachtwerden, und dass manchmal ein Mädchen die Initiative ergreifen muss, um die Sache zu klären. So gibt Lea ganz spontan während des Spiels ihrem Freund Leon einen dicken Kuss. Die Überraschung: Leon wird nicht ausgelacht, sondern von seinen Kumpels beneidet. Schubert brachte die Geschichte gelesen und gespielt so spannend vor, dass die Kinder mucksmäuschenstill zuhörten.

Schubert berichtete auch über das Entstehen seiner Bücher. Dass es etwa drei Wochen dauert, bis ein Buch geschrieben ist. Dass die Geschichten im Kopf schon fix und fertig sind, bevor sie in den Computer getippt werden. Dass er, Ulli Schubert, keine dicken Bücher mag, weder schreiben, noch selber lesen. Dass er stolz ist, wenn sein Name oben auf dem Titelbild des fertigen Buches steht und dass er viel Spaß am Schreiben hat. Das merkt man seinen Geschichten auch an, die immer ganz locker daher kommen, zwischen den Zeilen aber eine Menge Lebensweisheit, auf Kinder zugeschnitten, vermitteln.

Auch die Kinder kamen zu Wort.

In einer Frage- und Antwortstunde wurde nach Schuberts Hobbys gefragt, ob er berühmt ist, was ein Schriftsteller verdient und ob er ein Lieblingsbuch hat. "Am meisten", sagt Schubert, "mag ich meine Liebesgeschichten". Die Liebesgeschichte von Hannes und Luisa setzte Schubert an den Schluss seiner Lesung, die begleitet war von entzückten oder leicht genierten leisen Ausrufen der Kinder. Weil auch in der letzten Liebesgeschichte ein Kuss vorkam.


 

Quelle: Elisabeth Röhn in: SR-Tagblatt vom 11. November 2011, Seite 24