Wehmut: Nach 20 Jahren keine Ortsbäuerin mehr

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Fleißige Hände gab es immer

20 Jahre Landfrauen und Ortsbäuerinnen in Mitterfels – diese Ära ging nun zu Ende. Was vor 20 Jahren Ortsbäuerin Martha Herrnberger begonnen und zehn Jahre später ihre Nachfolgerin Silvia Holmer weitergeführt hat, fand bei der Jahresversammlung im Gasthof zur Post ein von Wehmut getragenes Ende. Bei den Neuwahlen zur Ortsbäuerin fand sich keine Nachfolgerin für Silvia Holmer, die nach zehn Jahren ihr Amt abgab. Die beiden Ortsbäuerinnen hätten die Messlatte sehr hoch gehängt, meinte ein Mitglied.

Wie sehr sich die Landfrauen in diesen 20 Jahren engagiert hatten, zeigte sich beim Jahresrückblick von Silvia Holmer. Jährliche Feiern wie zu Advent, Weihnachten, Fasching oder Muttertag, die Teilnahme an Veranstaltungen der Landfrauen im Landkreis wie der Bogenbergwallfahrt, gesellschaftliche Treffen oder Ausflüge bestimmten das Jahr. Unverzichtbar bei allen großen Veranstaltungen und Festen im Jahresablauf der Marktgemeinde waren die umfangreichen Torten- und Kuchenbuffets der Landfrauen für einen sozialen Zweck. Der erste Kuchenverkauf fand im April zum „Tag der offenen Gärtnerei“ bei Blumen Hiendl statt, im Sommer beim Bad- und dann beim Pfarrfest, bei der Marktmeile im Herbst und bei Feiern im Seniorenheim. Unzählig sind die Kuchen, Torten und das Schmalzgebäck, das unter den fleißigen Händen der Frauen entstand und immer reißenden Absatz fand.

Bürgermeister Heinrich Stenzel würdigte dieses große Engagement der Landfrauen und vor allem die beiden Ortsbäuerinnen für ihren jahrzehntelangen Einsatz neben Beruf und Familie und „für die Kuchen und Torten in Spitzenqualität“. „Sie werden uns in Mitterfels fehlen“, betonte Stenzel. Die Landfrauen seien wichtig in der Gemeinde, sagte auch der BBV-Obmann und bedauerte, dass keine Nachfolgerin für Silvia Holmer gefunden werden konnte. Traditionell wurde noch einmal das gemeinsame Rehragoutessen veranstaltet. Noch ein Termin: Am Donnerstag, 1. Dezember, findet die Adventsfeier im Landgasthof Fischer statt.

Neugierig und voller Elan und Begeisterung habe man vor 20 Jahren in Mitterfels angefangen, erinnerte sich Martha Herrnberger in Versform an 20 Jahre Ortsbäuerinnen in Mitterfels. Man habe Feiern, Vorträge und Ausflüge organisiert und bei großen Festen für umfangreiche Kuchenbuffets gesorgt. Und es sei viel für Schwächere gespendet worden: „Wir haben immer dafür gesorgt, dass das Geld im Dorf bleibt.“ An fleißigen Händen habe es nie gefehlt, man habe immer gut zusammengehalten. Die Landfrauen seien als Vertreterinnen von Brauchtumspflege und Kultur in Mitterfels nicht wegzudenken, meinte Brigitte Landstorfer vom BBV-Kreisverband und wies auf Veranstaltungen und Aufgaben des BBV-Kreisverbandes hin. Ihre Anerkennung galt abschließend den Ortsbäuerinnen, die Enormes geleistet hätten.

Ein bunter Bilderrückblick auf 20 Jahre Landfrauen von Landfrau Melanie Graf beschloss den Abend und weckte viele Erinnerungen an vergnügliche und aufregende Ereignisse.

Bogener Zeitung , 30.11.2016

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