Mondi-Hotel schließt zum 31.Dezember 2011

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Bürgermeister Stenzel befürchtet schwerwiegende Auswirkungen auf den Tourismus


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Am 31. Dezem­ber wird das Mondi-Holiday-Hotel laut Leonhard Dörr, Geschäftsleiter der Mondi-Holiday GmbH, seinen Betrieb einstellen. Diese Nachricht, die Bürgermeister Heinrich Stenzel am Schluss der Sitzung des Markt­gemeinderates Mitterfels verkünde­te, schlug am Donnerstagabend wie eine Bombe ein. Stenzel selbst hatte die Nachricht erst kurz zuvor mitt­geteilt bekommen. Das vom Hotel geführte Restaurant "Zirbelstube" wird sogar schon eher schließen, hieß es weiter.

Überraschung und Betroffenheit nicht nur bei der Marktgemeinde und ihren Bürgern, sondern auch bei Direktorin Martina Kandler und ih­rem Team. Sie arbeitet bereits seit August 2001 auf der Anlage und war in den Jahren 1992 bis 1994 als Re­zeptionistin bei der damaligen Metro angestellt. Die umfassende Re­novierung im vorigen Jahr habe zwar ihre Aufmerksamkeit erregt, "aber mit der kompletten Schlie­ßung hat niemand gerechnet", sagt Kandler.

Gründe für die Schließung seien nach Aussage der Geschäftsführung sinkende Mitgliedszahlen von 1200 im Jahr 2003 auf hochgerechnet 600 Personen im Jahr 2011. Anteilsrech­te wurden an Mondi zurückgegeben, die Kosten für den Club explodier­ten. Insbesondere im Bereich Ver­mietung habe die Belegung sehr zu wünschen übrig gelassen, bestätigt Martina Kandler. Ein weiterer Kos­tenfaktor seien die Nachtspeicherö­fen, die enormen Strom verbrau­chen. "Im Restaurant sind uns die Nebenkosten wie Strom, Gas und Wasser regelrecht davon gelaufen", sagt sie. Neben Direktorin Martina Kandler sind neun feste Mitarbeiter und etwa 25 Aushilfskräfte, über­wiegend Frauen, von der Schließung betroffen.

Ferienanlage gibt es seit Ende der 70er-Jahre

Die Ferienanlage des heutigen Mondi-Holiday-Hotels mit 35 Feri­enwohnungen wurde Ende der 70er­-Jahre von der Bauherrengemein­schaft Pongratz-Berghammer ins Leben gerufen. Investoren wie Ein­zelpersonen oder Firmen erwarben Appartements zur Eigennutzung oder Vermietung. Ende der 30er­Jahre ging die Anlage an den Metro­Konzern, der aber das Time-Share Geschäft nicht als Kernaufgabe an­sah. Vor etwa acht Jahren übernahm Leonhard Dörr die Leitung, der be­reits bei Metro die Geschäftsleitung übernommen hatte. Restaurant und Tennishalle sind bis heute im Besitz der Familie Berghammer. Acht Häu­ser laufen in Deutschland unter dem Namen Mondi-Holiday, dazu kommt jeweils eines in Österreich und Südtirol. Die Clubmitglieder haben die Möglichkeit, einmal im Jahr im eigenen Appartement Urlaub zu machen. Doch kann auch getauscht werden, wenn man einmal woanders hinfahren will. So fanden sich immer wieder auch viele aus­ländische Gäste in Mitterfels ein. Vor allem bei großen Ereignissen wie der Fußballweltmeisterschaft, als einmal elf Nationen im Mondi­Hotel zu Gast waren. Ein besonderes Flair, das man nicht überall fände, meint Martina Kandler.

Viel Herzblut in das Unternehmen gesteckt

Viel Herzblut hat die Direktorin in den zehn Jahren ihrer Tätigkeit in das Unternehmen gesteckt. Vor al­lem der Betrieb der Zirbelstube ha­be ihr sehr am Herzen gelegen, sagt sie. "Ohne Gastronomie hätten wir schon längst schließen müssen".


Vieles habe sie versucht anzustoßen: Der Anschluss an "Kinderland Bay­ern" sei erfolgreich gewesen. Mit neuen Konzepten wie "Familien-­oder Wellness-Urlaub" sei sie aber nicht durchgekommen. Ein neuer Schwerpunkt "Tagungsgeschäft" mit Nutzung des Hauses des Gastes sei mit vielen Anfragen gut angelau­fen. "Nach einem sehr ruhigen Jah­resanfang läuft es seit April sehr gut dank unseres engagierten Teams", sagt Kandler. Deshalb sei die Schließung zu diesem Zeitpunkt be­sonders bitter für sie.

"Jetzt werde ich den Gang zum Arbeitsamt antre­ten müssen". Auch Bürgermeister Heinrich Stenzel ist alles andere als glücklich über die Schließung des größten Tourismusbetriebes in der Marktgemeinde. "Das hat sehr schwerwiegende, negative Auswir­kungen auf unseren Tourismus. 80 Prozent der Übernachtungszahlen entfallen auf das Mondi-Holiday­-Hotel. Die Kurabgaben werden ent­sprechend wegfallen. Auch wirt­schaftliche Einbußen für den Ort sind zu erwarten. Womöglich muss die Stundenzahl in unserem Touris­musbüro zurückgefahren werden". Die beiden Bäder, Hallenbad und Freibad, werden von der Schließung weniger betroffen sein. Prozentual gesehen besuchten nur wenige Gäste aus dem Mondi-Hotel das Hallen- ­und Freibad, so Stenzel.

Welche künftige Nutzung wäre aber wün­schenswert für die Marktgemeinde? "Ideal wäre eine Weiterführung als Hotel und das Betreiben der Zirbels­tube". Allerdings sei zu erwarten, dass ein Investor die Anlage erwirbt und hier Wohnungen ausbaut, be­fürchtet der Bürgermeister.

Sehr nachdenklich ist Mariele Schrutz, seit 2003 Leiterin des Ver­kehrsamtes in der Marktgemeinde. Die Kurabgaben werden ohne die Übernachtungen des Mondi-Hotels weitgehend wegfallen. Damit stellt sich auch die Frage nach ihren Ar­beitsstunden.

 


 

Wirtschaft in der Region

 


Mondi-Hotel schließt zum Jahresende - Zehn fest angestellte Mitarbeiter und etwa 25 Aushilfskräfte sind betroffen

 

Rückschlag für den Tourismus in Niederbayern:  Zum Ende des Jahres wird das Mon­di-Holiday-Hotel in Mitterfels, das zu den größeren Beherbergungsbe­trieben im Landkreis Straubing-Bo­gen zählt, schließen. Wie die Ge­schäftsleitung mitteilte, werde ein vom Hotel geführtes Restaurant schon eher seinen Betrieb einstellen.

Die Schließung wird mit zu hohen Kosten und einer rückläufigen Bele­gung begründet. Zehn fest angestell­te Mitarbeiter und etwa 25 Aushilfs­kräfte, überwiegend Frauen, sind von der Schließung betroffen. Die Ferienanlage des heutigen Mondi-­Holiday-Hotels mit 85 Ferienwoh­nungen wurde Ende der 70er-Jahre von einer Bauherrengemeinschaft erstellt. Investoren wie Einzelperso­nen oder Firmen erwarben die Ap­partements zur Eigennutzung oder zur Vermietung. Ende der 80er-Jah­re ging die Anlage an den Metro­Konzern, der aber das Geschäft nicht als Kernaufgabe ansah. Vor etwa acht Jahren übernahm Leon­hard Dörr, der bereits bei Metro die Geschäftsführung innehatte, die Leitung. Acht Häuser laufen in Deutschland unter dem Namen Mondi Holiday, dazu kommt je eines in Österreich und eines in Südtirol.

Der Bürgermeister des Luftkuror­tes Mitterfels, Heinrich Stenzel, be­dauerte gegenüber unserer Zeitung die Schließung des größten Touris­musbetriebes in der Marktgemein­de: "Das hat schwerwiegende, nega­tive Auswirkungen auf unseren Tou­rismus. 80 Prozent der Übernach­tungszahlen entfallen auf das Mondi-Holiday-Hotel. Die Kurab­gaben werden entsprechend wegfal­len. Auch wirtschaftliche Einbußen für den Ort sind zu erwarten."

 


weiterführende Links :


 

Bericht und Bilder : erö (SR-Tagblatt, 17.9.2011)

 

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