Bisher keine Soforthilfe für Hochwasserschäden MdL Zellmeier: „Das darf doch nicht sein!“

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Brief an den Ministerpräsidenten – Regierung entscheidet heute über weiteres Vorgehen

Der Keller, das Bad, der Heizraum, die Mauern: „Alles nass und verschlammt“, beschreibt die Familie Weiss aus Talmühle in Mitterfels ihre derzeitige Lage. Sie ist von der Sturzflut, die vergangene Woche die Ortschaft überflutet hat, stark betroffen. Doch bis jetzt gibt es für den Landkreis keine Soforthilfe. „Das darf nicht sein, das muss auch für uns gelten“, sagt MdL Josef Zellmeier. Inzwischen hat er sich diesbezüglich an den Ministerpräsidenten gewandt und zeigt sich optimistisch.

In der Nacht zum Donnerstag wurde die Familie Weiss evakuiert, eine Nacht lang, dann kehrte sie wieder zurück. Doch was sich ihr bietet, ist kein schöner Anblick: Die Kellerdecke zu den Wohnräumen droht einzustürzen, alles ist kaputt.

„Jetzt wird sortiert was gut und was schlecht ist“, erzählt der Familienvater. Eine Firma stellt Lüfter zum Trocknen der Wände auf, der Keller wird vom Schlamm befreit. Aus den Medien hat die Familie von der Soforthilfe in Höhe von 1 500 Euro gehört. Ein kleiner Hoffnungsschimmer – der jedoch schnell zerstört wird: Geld gibt es, doch nicht für jeden Betroffenen. „Als wir die Soforthilfe auch für uns abholen wollten, erklärte uns das Landratsamt, dass diese Hilfe bei uns nicht gilt“, erzählt Weiss.

Geld gibt es, aber nicht für jeden Betroffenen

Dass die Bürger im Landkreis bis dato leer ausgehen, bestätigt am Montag das Landratsamt Straubing-Bogen auf unsere Nachfrage: „Nach jetzigem Stand wird die Soforthilfe nur an Bürger aus den Landkreisen Rottal-Inn, Passau, Landshut, Kelheim und Dingolfing-Landau ausbezahlt.“ Ob es entsprechende Hilfsprogramme auch für die Bürger im Landkreis geben wird, sei derzeit noch unklar.

„Das muss für uns genauso gelten“, so MdL Josef Zellmeier. Dass die Hilfe an niemanden im Landkreis ausbezahlt wird, habe er nicht gewusst. Aus diesem Grund wandte er sich sofort mit einem Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer. Zellmeier zeigt sich daraufhin relativ optimistisch: Es soll dafür gesorgt werden, dass die Menschen in allen betroffenen Gebiete Hilfe erhalten – je nachdem wie groß der Schaden ist. „An der Örtlichkeit darf es auf keinen Fall scheitern, ob man die Soforthilfe bekommt oder nicht“, betont Zellmeier.

Nur weil der Landkreis Straubing-Bogen nicht zu den Hauptgebieten gehört, dürfe den Bürgern hier die Hilfe nicht verwehrt werden. Auch wenn bei uns die Unwetter glimpflicher waren als in anderen Gebieten und es im Landkreis zahlenmäßig weniger Betroffene gibt – die Situation in ungünstigen Wohngebieten sei dieselbe.

Regierung entscheidet heute über Gebietskulisse

Die Regierung von Niederbayern gibt bekannt, dass derzeit nur eine vorläufige Gebietskulisse festgelegt ist. Welche Ortschaften endgültig aufgenommen werden und ob diese Kulisse erweitert wird, wird heute von der Bayerischen Staatsregierung festgelegt.

Auch über Richtlinien, Möglichkeiten und Hilfsprogramme werde erst heute von der Staatsregierung entschieden, erklärt Martina Förg, von der Regierung von Niederbayern. „Wenn der Landkreis Straubing-Bogen in der Gebietskulisse ist, wird auch dort – wie bei den anderen Landkreisen – für die meisten Hilfen das Landratsamt Straubing-Bogen zuständig sein“, erklärte Förg. – mh –

Bogener Zeitung , 07.06.2016

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