Wan­der­rei­ter aus Frei­sing mach­ten zum 40. Mal in Schei­bels­grub Sta­ti­on

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Am An­fang stand ei­ne Wet­te

In jedem Jahr sind kurz nach dem großen Reitturnier Anfang August die Wanderreiter aus Tüntenhausen/Freising beim Reit- und Fahrverein Mitterfels-Scheibelsgrub und bei Traudl und Norbert Gürster zu Gast – in diesem Jahr schon zum 40. Mal.

Der Wanderritt geht auf eine Wette der Freisinger zurück, in der es um den Beweis ging, dass es möglich ist, mit Pferden die 250 Kilometer lange Strecke von Freising nach Waldmünchen zu reiten.
Der Ritt ist ein Sternritt, bei dem ständig neue Reiter dazukommen. Die Strecke ist nicht festgelegt, jede Gruppe sucht sich ihren individuellen Weg, möglichst auf Nebenstrecken und unter Vermeidung belebter Straßen. Ein Tross mit Pferdeanhängern, Wohnwagen, Tierarzt, Schmied und Helfern begleitet die Reiter. Dazu kommt eine mehrköpfige Fahrermannschaft, die sich um die Logistik kümmert. Sie gehören dem bayerischen Landesverband der Freizeitreiter und -fahrer Deutschland (VFD) an, der etwa 5 000 Mitglieder hat. Die Reiter kommen inzwischen aus ganz Bayern und seit neun Jahren auch aus Italien.

Sechs Tage, 250 Kilometer

Mitterfels war die vierte Etappe auf dem langen Weg, unterwegs wurde immer wieder Rast gemacht, nicht zuletzt wegen der großen Hitze. Diesmal hatten sich 164 Menschen mit 131 Pferden auf den Weg gemacht, und sie legten in sechs Tagen die 250 Kilometer bis nach Waldmünchen zurück. Es kam auch vor, dass ein Pferd den Trupp eine Etappe lang im Wagen begleitete. Die Rast in Mitterfels war sehr willkommen nach der langen, heißen Strecke durch das Labertal und den Gäuboden. „Wenn es zum ersten Mal eine halbe Stunde bergauf geht, wenn wir die Waldwege erreichen und sich die Landschaft ändert, wissen wir, dass wir das Schlimmste hinter uns haben“, sagte Manfred Strahlheim, VFD-Vorsitzender und Hauptorganisator. Der gebürtige Waldmünchner ist bei den Trenckfestspielen groß geworden. Auch sein Mitorganisator und stellvertretender Vorsitzender Manfred Hof war einmal Reiterpandur. Im Reiterhof Gürster bekommen Pferde und Reiter Vollpension, erzählt Strahlheim. Besonders wichtig: Die Pferde können getränkt werden und die Reiter haben Gelegenheit zu duschen. Von vielen interessanten Begegnungen kann Strahlheim erzählen: Da gab es die Markl-Wirtin, schon 90 Jahre alt, die für jedes Getränk immer nur „a Markl“ verlangte. Sie konnte sich mit der neuen Währung nicht mehr anfreunden. Nach ihrem Tod übernahm Nachbarin Ingrid die Bewirtung. Diesmal sei die Belastung durch die Hitze „nicht ohne“ gewesen, betonten Strahlheim und Hof. Zwei Ausfälle habe es gegeben, die Pferde mussten eingepackt und heimgefahren werden. Pech hatte auch eine Reiterin, die gleich beim Start stürzte und nicht mitreiten konnte. „Erstaunlich, wie die Pferde diese Strapazen überstehen“, sagte Strahlheim. Die ersten beiden Tage seien noch etwas mühsam. „Aber ab dem vierten Tag laufen die Pferde wie von selbst.“

Training beginnt im Frühling

Seit dem Frühjahr werde regelmäßig trainiert. Ein kleiner Drei-Tage-Ritt als Saisonauftakt stimme auf den großen Ritt ein. Zu diesem 40. Stopp auf dem langen Ritt kam auch Bürgermeister Heinrich Stenzel zum Gratulieren. Sein Dank galt dabei ferner dem Ehepaar Gürster und Willi Gürster vom RFV Mitterfels für die gute Bewirtung von Pferden und Reitern. In Waldmünchen wurden die Wanderreiter dann von Abgeordneten der Stadt und dem Trenckverein empfangen.

Straubinger Tagblatt, 7.8.2017 (erö)

 

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