Junge Menschen wollen in Nepal helfen

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Drei Praktikantinnen engagieren sich für Kinderhilfe – Verheerende Überschwemmungen
 

Drei weitere Praktikantinnen werden in Kürze nach Nepal aufbrechen, um für den Verein „Kinderhilfe Nepal Mitterfels“ bei den Projekten im Land zu helfen. Dabei werden sie hauptsächlich die Heimleitung eines Kinderheims bei den täglichen Arbeiten unterstützen.

Der Verein bietet ihnen aber auch weitere Möglichkeiten, um ihren vier- bis sechsmonatigen Aufenthalt so sinnvoll wie möglich zu gestalten: Sie werden die Heimkinder zum jährlichen Gesundheitscheck in ein vom Verein unterstütztes Kinderkrankenhaus begleiten und haben dort die Möglichkeit zum Hospitieren in den verschiedenen Abteilungen. In der Schule, die die Heimkinder besuchen, werden die angehenden Studentinnen Einblick in den Schulbetrieb Nepals bekommen und können bei Interesse selbst ein paar Stunden Englisch, Deutsch, europäische Geschichte oder Sport unterrichten.

Die wahrscheinlich interessanteste Erfahrung wird ein Besuch in den „Displaced Family Camps“ in den vom letztjährigen Erdbeben stark betroffenen Gebieten in Rasuwa und Dunche im Nationalpark und Trekking-Gebiet Langtang sein. Dort finanziert der Verein für zirka 350 Kinder Motivationstrainings und Schulunterrichtsbegleitung. Da eine deutsche Sozialarbeiterin ab Oktober für sechs Monate für die Kinderhilfe Nepal Mitterfels in diesen Camps arbeiten wird, können die Praktikantinnen auf Wunsch auch längere Zeit in den Camps mithelfen. Momentan sind dort 18 Lehrer in Voll- und Teilzeit beschäftigt sowie ein Motivationstrupp für die kleinen Kinder. Alle Praktikanten und Mitarbeiter des Vereins aus Deutschland reisen auf eigene Kosten an. Impfungen, Visa, Kost und Unterbringung müssen von ihnen selbst finanziert werden.

„Mit Kindern arbeiten“

Praktikantin Charlotte Medek reist nach Nepal, um nach dem Abitur Auslandserfahrungen zu machen. „Mein Ziel war es nicht, ein Jahr lang nur zu reisen und mir die Welt anzuschauen. Ich wollte es mit meiner Leidenschaft mit Kindern zu arbeiten, was ich schon seit einiger Zeit bei der Evangelischen Jugend mache, verbinden.“ Bei einem Berufsinformationstag im Anton-Bruckner-Gymnasium sei sie auf die Kinderhilfe Mitterfels aufmerksam geworden. „Genaue Vorstellungen, was mich in Nepal erwartet, habe ich noch nicht. Für mich ist wichtig, dass ich aus den vier Monaten so viel Erfahrung raushole und den Kindern helfen kann, bessere Zukunftsaussichten zu haben.“

„Völlig andere Kultur“

Auch Praktikantin Lisa Saur ist bei einem Berufsorientierungsnachmittag an der Schule auf den Verein Kinderhilfe Mitterfels aufmerksam geworden. „Die Idee, nach Nepal zu gehen nach der Schule, hat mich gereizt, da Nepal eine völlig andere Kultur darstellt. Zudem macht mir die Arbeit mit Kindern sehr viel Spaß, wie ich als Jugendtrainerin weiß.“ Was sie in Nepal erwartet, weiß sich nicht, sie will „alles einfach auf mich zukommen lassen und so viel wie möglich mitnehmen“.

Durch Zufall ist Praktikantin Teresa Preiss, die aus der Umgebung von München kommt, auf den Kinderhilfsverein aufmerksam geworden. „Meine Suche nach einem passenden Land führte mich zuerst zu den afrikanischen Ländern und Indien, bis ich durch den Verein auf Nepal stieß und an dieser Idee festhielt. Inspiriert von einer ganz anderen Kultur sowie Natur freue ich mich auf die kommenden sechs Monate, in denen ich hoffentlich viele angenehme Erfahrungen mit den Menschen und ihrer mir noch unbekannten Kultur machen werde.“

Nepal ist in jüngster Zeit von verheerenden Überschwemmungen heimgesucht worden. Die medizinische Versorgung in den Überschwemmungsgebieten im Süden Nepals mit Gesundheitscamps ist bereits angelaufen, berichtet Herbert Schneeweis von der Kinderhilfe Nepal Mitterfels. Es sind jeweils fünf Ärzte und fünf Krankenschwestern mit Helfern unterwegs. Es konnten bereits vier Notfallcamps eingerichtet werden, um die Bevölkerung zu behandeln und mit Medizin zu versorgen. Es mussten Allradfahrzeuge gemietet werden, um auch die entlegensten Gebiete mit bis zu vier Fahrtstunden zu erreichen. Durch die schlammigen Straßen, verursacht durch den starken Monsun, ist es extrem schwierig und gefährlich, in die Orte zu kommen. Die weiteren geplanten 16 Notfall-Gesundheitscamps werden nächste Woche installiert.

 
Bogener Zeitung, 12.08.2016
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