50 000 Euro Spenden für Essen, Notunterkünfte und Schulen in Nepal

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Effektives Netzwerk sorgt für Hilfe

Mitterfels. (hab) Als am 25. April im Himalaya die Erde bebte, lag das Epizentrum im Gebiet um die nepalesische Hauptstadt Kathmandu. Leichte Nachbeben gibt es immer noch. Neben den inzwischen etwa 8 000 Toten und den zerstörten Kulturdenkmälern ist es vor allem die bereits zuvor arme Bevölkerung von Nepal, der durch diese Naturkatastrophe sowohl die notwendigste Versorgung mit Lebensmitteln wie auch das Zuhause zerstört wurde.

Herbert Schneeweis vom „Verein Kinderhilfe Nepal“ in Mitterfels war zum Zeitpunkt des ersten Bebens in Kathmandu, um im dortigen vom Verein unterstützten Waisenhaus „Children Welfare Centre“ nach dem Rechten zu sehen (wir berichteten). Das Heim selbst blieb dabei fast verschont, aber Schneeweis erhielt hautnah Einblick in die katastrophale Situation der Bevölkerung. Zuhause wurde unmittelbar vom Verein eine Hilfsaktion gestartete, bis heute konnten etwa 50 000 Euro an Spenden zusammengetragen werden. War es primär die Versorgung mit Essen, gefolgt mit dem Bau von provisorischen Behausungen, kann man inzwischen auch den Schulhausbau unterstützen.

Lebensmittel für 420 Familien

Das Geld wird dabei unmittelbar nach Bedarf nach Kathmandu an das Kinderheim überwiesen, dessen Leiterin Rina Kharki und ihr Mann die Organisation der Verteilung übernommen haben. Dank des seit der Gründung des Vereins 1998 aufgebauten Kontaktnetzes, konnten die Gelder sinnvoll eingesetzt werden. So konnten 420 Familien, das sind etwa 2 500 Personen, mit 14,5 Tonnen Lebensmitteln in Form von Reis, Daal oder Öl versorgt werden. Im Zuge eines ins Leben gerufenen „Monsoon-Shelter“-Programms wurden 242 Notunterkünfte aus stabilem Wellblechdach mit Haltesystemen in Regionen aufgestellt, wo kein Haus mehr steht. Diese Hütten schützen 852 Personen vor dem derzeitig einsetzenden Monsunregen. Außerdem wurden von Rina Kharki, die von Praktikanten und größeren Kindern aus dem Heim begleitet wird, in Lastwagen verzinkte Wellblechplatten verteilt, die die Bedürftigen als Dach über wieder errichteten Behausungen nutzen. Nicht selten sind die Helfer dabei bis zu 3,5 Stunden auf äußerst gefährlichen Gebirgsstraßen unterwegs. 8 750 Kinder haben inzwischen in 65 temporären Schulen wieder einen geschützten Platz gefunden, wo die aufgrund immer wieder bebender Erde teilweise traumatisierten und an psychischen Folgen leidenden Kinder Ablenkung und Beschäftigung finden. Zusammengearbeitet wird bei diesem kostenlosen Schulprojekt auf dem Land mit Studenten der Universität Kathmandu im „Children Welfare Centre“.

Rina Kharki liefert das Material und beaufsichtigt den Aufbau der Bambuswände mit Hilfe von Gestellen, auf die schließlich ein Blechdach fixiert wird. Nachdem in einem Dorf ein Wasser-Reservoir für 2 500 Liter geplatzt war, wurden für den Neubau 2 000 Euro zu Verfügung gestellt.

Bisher ist nur die erste Not gelindert

Grundsätzlich wird kein Geld an die Bedürftigen ausgegeben. Der „Verein Kinderhilfe Nepal“ überweist direkt an das Kinderheim, wo Rina Kharki die Bedürftigkeit feststellt und entscheidet, wo geholfen wird. Teilweise muss, wie beim Beispiel Schulbau, mit der Regierung zusammengearbeitet werden beziehungsweise mit der jeweiligen Community, um Wildbau zu vermeiden. Im Heim selbst rechnet man mit einem Anstieg der Kinderaufnahmen um etwa 40 Sozialwaisen.

Die 50 000 Euro, die der Verein inzwischen für die Notlage in Nepal zur Verfügung stellen konnte, kamen dank der bereitwilligen Unterstützung aus der Region Straubing-Bogen zustande. So wurde unmittelbar nach dem Beben die Spendenaktion „Erdbeben-Hilfe“ ins Leben gerufen und Geld über Privatinitiativen wie der Sammelaktion bei „Straubing – schlaflos“, Veranstaltungen wie einem Nepalabend mit Diavortrag einer Künstlerin und Schalverkauf, einem Benefizkonzert im Schlachthof in Straubing und verschiedenen Spontanaktionen an Schulen, in Pfarrgemeinden beider Konfessionen oder unterschiedlichen Vereinigungen wie die Landfrauen gesammelt.

Da die bisherige Hilfe teilweise nur die erste Not linderte, ist auch weiterhin dringend Unterstützung notwendig. Daher plant der „Verein Kinderhilfe Nepal“ die Teilnahme am Ökomarkt in Straubing mit einem Stand mit Schalverkauf und im Herbst ein Benefizkonzert in Geiselhöring, Losverkauf Theaterverein Mitterfels. Sogar vollkommen fremde Menschen sind inzwischen auf die Aktion in Mitterfels aufmerksam geworden. Der Veranstalter eines Kindermusicals in Nürnberg will den Erlös aus dem Verkauf von 500 CDs zum Musical den Aktionen der Kinderhilfe zukommen lassen.

Spenden

Die Verantwortlichen im Verein bitten auch weiterhin im Namen der Bedürftigen in Nepal um finanzielle Hilfe. Wer spenden will, kann dies unter Angabe seiner Adresse, falls eine Spendenquittung gewünscht wird, tun bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte IBAN: DE68 7425 0000 0570 2533 10, BIC: BY-LADEM1SRG.

Bogener Zeitung , Landkreis Straubing-Bogen , 17.06.2015

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