Die Praktikanten der „Kinderhilfe Nepal Mitterfels“ leisten Hilfe vor Ort

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Einfach für die Kinder da sein - Die Praktikanten der „Kinderhilfe Nepal Mitterfels“ leisten Hilfe vor Ort

Es ist eine aufregende Zeit, die hinter Anna Danzer, Dominik Bachmeier und Moritz Opree liegt. Fünf Monate lang waren die drei als Praktikanten im Heim der „Kinderhilfe Nepal Mitterfels“ im Kathmandutal.

Tausende Kilometer entfernt von ihrer Heimat haben sie viele neue Erfahrungen gesammelt, fremde Kulturen kennengelernt und gleichzeitig etwas Gutes getan. Denn in dem Heim wird jede helfende Hand gebraucht.

Insgesamt 38 Kinder im Alter von fünf bis 17 Jahren leben derzeit im „Children Welfare Center“ der Kinderhilfe Nepal Mitterfels. Sie alle haben dort eine Heimat, genug zu essen und – was am Wichtigsten ist – alle erhalten eine geregelte Schulausbildung und Gesundheitsversorgung. In den vergangenen Jahren konnte die Kinderhilfe so schon viel Gutes bewirken. Damit das auch weiter so bleibt, ist der Verein auf freiwillige Helfer angewiesen. Deshalb freut sich das Ehepaar Herbert und Ulli Schneeweis, die Begründer der Kinderhilfe Nepal, immer wieder, wenn sich Praktikanten bei ihnen melden. „Es ist für uns eine unglaublich große Hilfe, jemanden vor Ort zu haben“, erklärt Herbert Schneeweis.

Die Aufgabe der Praktikanten besteht vor allem in einem: Für die Kinder da sein. Das geht früh morgens los, wenn sie aufstehen und hört abends mit dem Zu-Bett-Gehen auf. Die Praktikanten helfen den kleineren Kindern beim Anziehen und Zähneputzen, bereiten das Frühstück mit vor, bringen die Kinder zur Schule, holen sie von dort ab, sorgen für den Mittagssnack und helfen bei den Hausaufgaben. Außerdem kümmern sie sich auch um das Freizeitprogramm. Wie die drei Praktikanten erzählen, ist da ein bisschen Einfallsreichtum gefragt. Vom Fingerhakeln, Armdrücken, bis hin zum Zeichnen und Gitarrespielen haben sie den Kindern einiges geboten.

Ein neuer Abfluss für das Waschbecken

Dominik Bachmeier und Moritz Opree mussten vor Ort allerdings auch noch ihr handwerkliches Geschick zeigen. „Am Anfang unserer Zeit im Heim haben wir für das Waschbecken des Bades im Erdgeschoss einen Abfluss gekauft und eingebaut. Trotz provisorischer Lösung funktioniert es nun einwandfrei“, berichten sie stolz. Dominik und Moritz begleiteten außerdem die Kinder zum Zahnarzt. Eine Aktion, die drei Tage dauerte.

Was für den Verein auch immer sehr wichtig ist: Die Praktikanten vor Ort sichten die Unterlagen über die einzelnen Kinder. Herbert und Ulli Schneeweis legen viel Wert darauf, so gut wie möglich über den Ausbildungsstand der Kinder Bescheid zu wissen. Schließlich soll die Hilfe auch ankommen. Herbert Schneeweis reist zwar einmal im Jahr immer persönlich nach Nepal – meist unangemeldet – , um die Lage zu überprüfen, aber wenn jemand vor Ort ist, der die Unterlagen schon einmal sichtet und vorsortiert, erspare ihm das sehr viel Arbeit, so Schneeweis.

Doch die Praktikanten der Kinderhilfe Nepal sind nicht nur zum Helfen vor Ort. Sie haben auch die Möglichkeit, das Land Nepal in all seinen Facetten kennenzulernen. Dominik und Moritz unternahmen unter anderem eine Trekking-Tour ins Himalaya-Gebirge. Bis auf 3 400 Meter ging es für sie hinauf – nicht immer ganz unanstrengend. „3 200 Stufen am Stück sind gar nicht so leicht“, erzählt Dominik. Nach dieser Etappe legte er sich 14 Stunden ins Bett. „Aber der Aufstieg lohnte sich“, so Dominik. „An unserem dritten Morgen durften wir den Sonnenaufgang auf 3 400 Meter Höhe miterleben – ein gigantisches Panorama.“

Dominik und Moritz reisen jetzt gerade noch einige Monate durch Indien, um auch den dortigen Kulturkreis kennenzulernen. Für Anna geht es in Nepal noch weiter. Sie ist in ein weiteres Heim geschickt worden, das ebenfalls von der „Kinderhilfe Nepal Mitterfels“ unterstützt wird, um dieses weiter aufzubauen. Dort leben derzeit elf Kinder, die Anna jetzt umsorgt und zur Schule bringt. Dieses Heim ist ein Beweis dafür, dass der Mitterfelser Verein schon einiges bewirkt hat. Denn es wurde gegründet von einem ehemaligen Heimkind des Children Welfare Centers. Für das Ehepaar Schneeweis ist das durchaus eine Bestätigung dafür, dass sich der Einsatz lohnt. Doch was für sie noch viel wichtiger ist: „Wir haben noch nie ein Kind an die Straße verloren und haben bisher 32 Kindern die Schulbildung ermöglicht, bei den meisten mit Collegeabschluss. Alle konnten in die Gesellschaft und Arbeitswelt integriert werden.“

Auch kleinere Projekte vor Ort werden finanziert

Neben den beiden Kinderheimen finanziert der Mitterfelser Verein auch kleinere Projekte vor Ort wie zum Beispiel die Schulspeisung an einer Regierungsschule in einem Armenviertel in Kathmandu für 60 Kinder und ein Blindenprojekt mit derzeit vier Kindern, die an einer Integrations-Schule die Möglichkeit für einen Schulbesuch bekommen. Derartige Projekte und auch das Heim vor Ort werden vor allem durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und zahlreiche Aktionen, wie zum Beispiel dem traditionellen Stand am Bogenberger Weihnachtsmarkt am zweiten Advent finanziert.

Heuer wird es am Bogenberg noch etwas Besonderes geben: Neben dem schon bekannten Verkostungs-Stand wird es diesmal erstmalig ein Infostand mit den drei Praktikanten Anna Wenz, Lisa Nagel und Antonia Pielmeier geben, die im ersten Halbjahr diesen Jahres in Kathmandu waren. Hier können sich Interessenten aus erster Hand informieren, wenn sie vorhaben, beispielsweise nach oder zwischen dem Studium ein Auslandspraktikum zu machen. – ver –

Weitere Informationen ...

... gibt es im Internet auf der Vereinshomepage „www.kinderhilfe-nepal-mitterfels.de“ oder auf facebook unter „https://www.facebook.com/pages/Kinderhilfe-Nepal-Mitterfels-eV“.

 
 
 
Bogener Zeitung, Landkreis Straubing-Bogen, 02.12.2014
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