Kirche

Missionskreuz am Friedhof Mitterfels wurde fachgemäß renoviert

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Feine Schnitzarbeit

Seit Ende der 90er-Jahre das große Kreuz auf dem Mitterfelser Friedhof renoviert wurde, steht es am mittleren Eingang unter einer Douglasiengruppe und spendet Friedhofsbesuchern Andacht und Trost. Seitdem ist es aber auch Wind und Wetter ausgesetzt und bedurfte inzwischen dringend einer Erneuerung.

Das Holz des Stammes sei bereits fast schwarz gewesen und habe tiefe Risse gehabt, erklärt Restaurator Hans Helmbrecht. Er setzte im Auftrag der Kirchenverwaltung der katholischen Pfarrkirche Heilig Geist innerhalb von fünf Wochen das Kreuz fachmännisch wieder instand.

Die Kreuzbalken wurden abgeschliffen, Fugen ausgespant und teilweise gespachtelt, die Holzteile wurden mit einem Holzgrundton zweimal vorgestrichen und anschließend in einem Eichenfarbton zweimal lasiert. Nun ist die Holzmaserung wieder gut zu erkennen. Abschließend bekam das Kreuz einen UV-beständigen Außenlack. Das kupferne Dach des Kreuzes sei gereinigt worden. Damit sei das Holz wieder gut geschützt, erklärt Helmbrecht.

Die unterschiedlichen Temperaturen und Witterungseinflüsse hätten vor allem der hölzernen Christusfigur sehr zugesetzt und große Schäden verursacht, betonte Helmbrecht. Die Farbe der Fassung sei kaum noch zu erkennen gewesen. So seien lose Teile der Fassung abgenommen und neu eingeleimt und Holzschäden mit Holzteilen ergänzt worden. Nach einer Tiefengrundierung und weiteren Erhaltungsarbeiten sei der Korpus in einem Grundton gestrichen und in einer historischen Lasurtechnik gefasst worden. Kirchenmalerin Elisabeth Helmbrecht malte die Wundmale auf und versah den Lendenschurz der Christusfigur mit einem goldenen Saum. Auch die Holznägel wurden fachgerecht restauriert.

Mithilfe von Hermann Kell und Friedhofswärter Fritz Müller kam die fast lebensgroße Christusfigur wieder an ihren angestammten Platz unter den mächtigen Douglasien. Das Kreuz, ein sogenanntes Missionskreuz, zeigt eine Besonderheit auf: Drei Finger beider Hände weisen mit segnender Geste zum Himmel. Wie in der Ortschronik von Mitterfels von Franz Wartner nachzulesen ist, wurde das Missionskreuz aus Anlass der Pfarrmission 1937 unter Pfarrer Josef Brettner im „neuen“ Teil des Friedhofs errichtet.

„Die etwa 1,50 Meter große Christusgestalt ist eine feine Schnitzarbeit. Sie ist in weichen Ton gefasst, nur der Lendenschurz ist golden“, schreibt Franz Wartner. Das Lendentuch ist inzwischen weiß gefasst. (Nachzulesen auch im Mitterfelser Magazin von 2015).

Bogener Zeitung , 18.08.2016

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