Die Ballade vom Hingerl Sepp

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Der Hingerl Sepp aus Mitterfels ist allseits interessiert,
er gartelt, wandert, bastelt, kocht, er singt, philosophiert,
was in der Politik passiert, treibt´n seit eh und je um.
Bloß oa Sach, na, die schafft er ned: er kommt ned ins Museum.
 
Den Römerschatz in Straubing drunt, den möcht er längst schon sehen,
doch immer, wenn er hingeh´n wollt´ ist leider irg´ndwas geschehen
was den Genuss verhindert hat: Ein Stau, ein B´such, a Magenblähung,
und jed´s Mal war es daraufhin halt nix mit dem Museum.
 
Am Sonntag, ja, da hätt er Zeit, für seine Kinder und sei´ Frau,
die muss er bei Laune halten, das weiß unser Sepp genau.
Kauft er doch glatt ein Gummiboot; jetzt rudern s´ auf´m See rum.
Das mag ja ganz vergnüglich sein, nur: so kommst nie in ein Museum.
 
Im Sommer, wenn er Urlaub hat, na´ fahrt er frisch und munter
zweitausend Kilometer weit, bis auf Italien nunter.
Dort schwimmt er in der Adria, steht in Rom vorm Kolosseum,
und derweil kennt er ned einmal daheim das Burgmuseum.
 
Der Sepp ist krank, es schaut so aus, also ging´s mit ihm dahi´.
Er falt´ die Händ und bet´ zum Herrn: "Grad um ein´ Tag no´ bitt i´ di´!
D´ Zeit lauft davon. I hör´s genau: Sie singen schon ´s Te Deum.
D´ Kerzen brennen, all´s ist g´richt´, und i war no´ in kei´m Museum."
 
Seid´s mir ned bös, ihr lieben Leut´, und lust´s mir recht gut zu;
es grad d´ Wahrheit, was i sag – und dann gib i a Ruh:
Jetzt seid´s no g´sund und gut beinand; bloß eines Tages haut´s euch eh um.
Wann ganz genau, das weiß man ned – drum geht´s mir zeitig ins Museum!
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